Strukturelle Handicaps Italiens sollen überwunden werden
Masterplan für mehr Investitionen

Adolfo Urso findet deutliche Worte. „Exportieren ist ein Leichtes für uns, wir haben neue Märkte in der arabischen Welt und in Asien erschlossen.“ Nur mit den Investitionen im eigenen Land hapere es, sagt der italienische Vize-Industrieminister, zuständig für den Außenhandel: „Zu viele Ansprechpartner, zu viel regionale Aufsplitterung.“

kri ROM. Massimo Caputi, Verwaltungsratsvorsitzender der staatlichen Agentur Sviluppo Italia, wird noch präziser. „Die Lombardei zum Beispiel zieht von allen italienischen Regionen die meisten Investitionen aus dem Ausland an. Das zeigt, dass Infrastruktur und Dienstleistungen mehr Interessenten locken als finanzielle Anreize.“

Die Regierung in Rom hat einen Masterplan entworfen, um die geschätzten mageren 3 Prozent Anstieg der Auslandsinvestitionen bis zum Jahresende in Zukunft zu verbessern. Zwei Organisationen, Sviluppo Italia und das Italienische Institut für Außenhandel (ICE), das weltweit 105 Büros unterhält, haben sich im Juli zu einem „institutionellen Joint Venture“ zusammengeschlossen. Das Ziel sei, die strukturellen Handicaps Italiens zu überwinden, sagt ICE-Präsident Beniamino Quintieri. Eingebunden sind viele Ministerien vom Außenamt über das Ressort Justiz bis zur Industrie.

„InvestinItaly“ heißt die neue Kreation, die bei einer Art staatlicher Roadshow jetzt vor allem in Europa vorgestellt wird – denn der Löwenanteil der Auslandsinvestitionen in Italien kam mit einem Umsatz von knapp 195 Euro im vergangenen Jahr aus der EU. Zum Vergleich: Insgesamt betrugen die Investitionen 2003 rund 335 Mill. Euro.

„Die Zahlen sind nicht befriedigend“, sagt Industrieminister Antonio Marzano. Deshalb soll es künftig nur noch einen Ansprechpartner für potenzielle Investoren geben. Sviluppo Italia und ICE stellen dafür ihre Strukturen zur Verfügung. Der erste bereits verwirklichte Schritt ist ein Internet-Portal mit nötigen Informationen – in mehreren Sprachen.

Ob die Investitionsgelder fortan verstärkt nach Italien fließen, kann keiner beantworten. Die Regierung will aber nichts dem Zufall überlassen. Außenhandelsminister Urso berichtet von einem Dekret zur Internationalisierung, über das noch in diesem Monat im Senat abgestimmt werde. Außerdem soll die „internationale Promotion des Systems Italien“ sogar als Ziel in die Verfassung aufgenommen werden. Doch solche Änderungen brauchen in Italien ihre Zeit.

Quelle: Handelsblatt

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