Student getötet
Zusammenstöße an Universität in Kairo

Islamisten setzten ein Gebäude der Universität in Kairo in Brand, woraufhin ein Student beim Zusammenstoß mit der Polizei ums Leben kam. Die Muslimbruderschaft erklärte man derweil zur Terrororganisation – mit Folgen.
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Bei Zusammenstößen zwischen islamistischen Studenten und Sicherheitskräften ist am Samstag auf dem Gelände der Al-Ashar-Universität in Kairo ein 19-jähriger Student getötet worden. Vier weitere Personen erlitten Verletzungen, bestätigten das Gesundheitsministerium und Studentengruppen. Der Student wurde erschossen, als die Polizei gegen die Unruhestifter vorging. Zwei Etagen des Gebäudes wurden verwüstet, bevor die Feuerwehr den Brand unter Kontrolle brachte.

Zu den Unruhen kam es, als Anhänger der verbotenen Muslimbruderschaft am ersten Tag der Prüfungszeit die Zugänge zur Universität blockierten. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 60 Studenten fest. Sie sollen mit Schrotgewehren und Brandsätzen bewaffnet gewesen sein. Nach einem Bericht der staatlichen Zeitung „Al-Ahram“ hatten Polizisten Tränengas eingesetzt, um Anhänger der Muslimbrüder zu vertreiben, die anderen Studenten den Zutritt zur Universität verwehrt hatten. Die Demonstranten hätten Steine auf die Polizisten geworfen und Reifen angezündet.

Die Al-Ashar-Universität, ein Zentrum sunnitsch-islamischer Studien, war in den vergangenen Wochen ein Brennpunkt des Protests der Muslimbrüder gegen die Absetzung des Präsidenten Mohammed Mursi im Juli, die sie als Putsch bezeichnen.

Am Freitag wurden bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Anhängern der Muslimbruderschaft mindestens vier Menschen getötet. Sicherheitskräfte nahmen mehr als 260 Anhänger der islamistischen Bewegung fest, die zu Protesten nach den Freitagsgebeten aufgerufen hatte. In der Hauptstadt Kairo und in mindestens vier weiteren Städten kam es zu Krawallen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) kritisierte indes die Einstufung der Muslimbruderschaft als terroristische Vereinigung scharf. „Die Regierung (in Kairo) scheint allein vom Wunsch motiviert zu sein, eine große Oppositionsbewegung zu zerschlagen“, hieß es in einer Presseerklärung, die am Samstag am Sitz der Organisation in New York veröffentlicht wurde.

Die ägyptische Regierung hatte die islamistische Muslimbruderschaft am vergangenen Mittwoch zur terroristischen Vereinigung erklärt. Seitdem haben die Behörden Hunderte Mitglieder und Demonstranten der Bruderschaft festgenommen. Darüber hinaus schlossen sie Dutzende karitative Einrichtungen und Stiftungen der verbotenen Organisation.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich besorgt über die jüngste Entwicklung. „Ich befürchte nur, dass die Einstufung der gesamten Muslimbruderschaft als Terrororganisation und die Kriminalisierung aller ihrer Mitglieder Ägypten dem inneren Frieden nicht näher bringen wird“, sagte Steinmeier „Spiegel Online“.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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