Studie
Wenn Millionäre ärmer werden

Die Finanzkrise hat im vergangenen Jahr weltweit Finanzvermögen im Wert von zwölf Billionen Dollar (8,2 Billionen Euro) vernichtet. Das hat Folgen für die Reichen dieser Welt: Einer Studie zufolge ging die Zahl der Millionäre im vergangenen Jahr von weltweit 11 auf rund 9 Millionen zurück.

HB DÜSSELDORF. Nach der Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group, die an diesem Dienstag vorgestellt wird und verschiedenen Zeitung vorab vorlag, hat Europa den nordamerikanischen Kontinent jetzt als wohlhabendste Region der Welt abgelöst. Die Amerikaner haben demnach im letzten Jahr knapp 22 Prozent ihres Wohlstandes eingebüßt. Auf dem alten Kontinent waren es nur 5,8 Prozent.

Zugleich macht der "Global-Wealth-Report" der Unternehmensberatung eine weltweite Annäherung zwischen Arm und Reich aus. Während gerade die vermögenderen Schichten große Einschnitte hätten hinnehmen müssen, sei der Wohlstand von Haushalten mit Besitztümern im Wert von weniger als 100 000 US-Dollar um zwei Prozent gewachsen.

Doch nicht nur Nordamerika hat im letzten Jahr einen erheblichen Teil seines Vermögen eingebüßt. Der Wohlstand schrumpfte der Studie zufolge weltweit um 11,7 Prozent, von 105 Billionen auf 92 Billionen US-Dollar. Damit unterscheidet sich das Jahr 2008 erheblich von den Jahren davor, in denen der Wohlstand kontinuierlich gewachsen war. Besonders hart trifft es die Millionäre: Gab es 2007 weltweit noch etwa elf Millionen Haushalte, die über ein Vermögen von mehr als einer Million US-Dollar verfügten, so waren es ein Jahr später nur noch neun Millionen. Die meisten Reichen leben in Singapur (8,5 Prozent der Bevölkerung), gefolgt von der Schweiz (6,6 Prozent), Kuwait (5,1 Prozent) und den Vereinigten Arabischen Emiraten (4,5 Prozent).

Als Berechnungsgrundlage wählten die Autoren der Studie die Assets under Management, also das verwaltetes Vermögen, das etwa bei Banken, Fondsgesellschaften oder Vermögensverwaltern angelegt ist. Eingerechnet sind zudem Bargeld, Aktien, Wertpapiere, Fonds, Immobilien und Luxusgüter von Privathaushalten weltweit. Untersucht wurden 62 Märkte, die 98 Prozent des gesamten weltweiten Vermögens repräsentieren.

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