Südkorea und Nordkorea
Uno-Kommando gibt Pjöngjang Schuld an Minenexplosion

Mehr als eine Million Landminen liegen wohl zwischen Süd- und Nordkorea. Nun soll Nordkorea gezielt Minen gelegt haben, um südkoreanische Soldaten zu treffen. Seoul verstärkt daraufhin seine psychologische Kriegsführung.
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SeoulSüdkorea reagiert auf die Verletzung von zwei eigenen Soldaten durch mutmaßlich nordkoreanische Landminen und nimmt seine Propaganda-Durchsagen an der Grenze wieder auf. Noch am Montagabend sollte die nordkoreanische Seite mit Lautsprechern beschallt werden, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mitteilte. Die Wiederaufnahme dieser Art der psychologischen Kriegsführung nach elfjähriger Unterbrechung sei ein erster Schritt, weitere Vergeltungsmaßnahmen könnten folgen.

Das Ministerium und das Uno-Kommando (UNC) in Korea warfen Nordkorea vor, vor kurzem Antipersonenminen auf der südlichen Seite der Pufferzone zwischen beiden Ländern vergraben zu haben. Eine Untersuchung von UNC-Mitgliedern habe ergeben, dass Nordkoreas Volksarmee die Minen „entlang einer bekannten südkoreanischen Patrouillenroute im südlichen Teil der entmilitarisierten Zone (DMZ) verlegt hat“, teilte das UNC mit.

Das von den USA angeführte Kommando warf Nordkorea eine Verletzung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 vor. Südkorea drohte mit militärischer Vergeltung. Drei Antipersonenminen nordkoreanischer Bauart waren nach südkoreanischen Angaben am Dienstag vergangener Woche explodiert.

Generalmajor Koo Hong Mo erklärte in Seoul: „Wie wir bereits bei früheren Zwischenfällen gewarnt haben, wird unser Militär dafür sorgen, dass Pjöngjang für seine Provokationen zahlen wird.“ Er rief Nordkorea auf, die Verantwortlichen zu bestrafen. Wie lange die Lautsprecher-Propaganda jetzt dauern soll, war zunächst unklar.

Nordkorea hatte vor fünf Jahren gedroht, auf die Wiederaufnahme der anti-nordkoreanischen Lautsprecherdurchsagen mit Schüssen zu reagieren. Südkorea hatte damals angesichts erhöhter Spannungen solche Beschallungsaktionen angedroht, dann aber unterlassen.

Die beiden nun verletzten Soldaten befanden sich auf einem Kontrollgang in der DMZ, als die Minen detonierten. Einer der Soldaten verlor dabei beide Beine, der andere eines. Das UNC schloss aus, dass es sich um Minen gehandelt haben könnte, die schon vor langer Zeit verlegt wurden. In der vier Kilometer breiten DMZ liegen als Folge des Korea-Kriegs (1950-53) und der nachfolgenden Spannungen noch unzählige Minen verborgen. Ihre Zahl wird auf weit mehr als eine Million geschätzt.

In Südkorea wurde spekuliert, dass sich Nordkoreas Aktion unter anderem gegen ein alljährliches Sommermanöver der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte gerichtet haben könnte. Das Manöver, das Nordkorea regelmäßig als Provokation verurteilt, soll nach Berichten südkoreanischer Medien nächste Woche beginnen.

Das UNC will Nordkoreas Volksarmee zu einem Treffen auf Generalsebene aufrufen. Das Kommando wacht seit dem Bruderkrieg über den Waffenstillstand auf der koreanischen Halbinsel. Ein Friedensabkommen ist bis heute nicht geschlossen worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Südkorea und Nordkorea: Uno-Kommando gibt Pjöngjang Schuld an Minenexplosion"

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  • sicher, das haben die ganz bestimmt vor. Was sollten der amerikansky Yankie auch sonst tun? Das südkoreanische Militär schätzt, dass wenn es zu einer militärischen Auseinandersetzung kommt es dann in den ersten Stunden mindestens 1 Mio. Totesopfer geben würde. Und das ist dann nicht wie in der Ukraine, dass ein paar betrunkene Russen mit Kartoffeln um sich werfen um zwei Dörfer zu okkupieren. Das ist dann ein handfester Atomkrieg, Freundchen. Und weil es dann nichts mehr zu verlieren gibt wird Nordkorea alles abfeuern was es zu bieten hat und das weiß auch Südkorea, das bedeutet tausende Bomben und Raketen die in nur wenigen Stunden von beiden Seiten über die Grenze gefeuert werden.
    Also du hast recht, deine Äußerung ist sowohl weise als auch weitsichtig, sie lässt auf einen wachen und scharfsinnigen Geist schließen.

  • mal ganz Nüchtern betrachtet ist es doch wohl so, dass nun NK herhalten muß, damit es endlich irgendwo mit krieg losgeht nachdem es mit der Ukraine nicht so recht klappen will, obwohl der Jazenji und Poro da laufend Russen einlaufen sehen. die USA sind finanziell am ENDE, stehen vor einem Monster-Chrash, und deren politiker sabbern was vom Krieg den sie brauchen, gell?

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