Südkorea
„Wir kommen als einer der Ersten aus der Krise“

Südkorea sieht wegen seines umfangreichen Konjunkturpakets die Chance, als eines der ersten Länder aus der Krise zu kommen. "Verglichen mit der Situation vor einigen Monaten sehen wir einige sehr gute Anzeichen", sagte der südkoreanische Ministerpräsident Han Seung Soo im Handelsblatt-Interview.

Herr Ministerpräsident, der IWF meint, Südkorea könnte als erstes wichtiges Industrieland aus der Krise kommen. Teilen Sie den Optimismus?

Verglichen mit der Situation vor einigen Monaten sehen wir einige sehr gute Anzeichen. Ich denke, dass Südkorea im zweiten Quartal im Vergleich zum ersten ein positives Wachstum vorweisen wird. Im vierten Quartal hoffen wir erstmals wieder auf positive Zahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im kommenden Jahr dürfte die Wirtschaft wieder drei bis vier Prozent wachsen. Wir haben dazu ein neues Stimulus-Paket in der Größenhandlung von 25 Mrd. Dollar aufgelegt, was ein Wachstum von alleine 1,5 Prozentpunkten bringen wird. Wir fahren also eine sehr aktive Politik. Südkorea wird deshalb zur ersten Gruppe der Länder gehören, die aus der Krise kommen.

Aber sinken die Exporte nicht weiter?

Auch wir sind zwar sehr exportabhängig. Aber Rückgang war nicht ganz so dramatisch wie etwa in Japan, und lag im Februar bei etwa 17 Prozent. Da die Importe noch stärker zurückgingen, ist unsere Leistungsbilanz im Plus und dürfte am Ende des Jahres 15 zu 20 Mrd. Dollar betragen. Das stabilisiert auch den Wechselkurs des Won.

Die Währungsreserven sind dennoch kräftig geschmolzen.

Aber nun wachsen sie wieder, zuletzt um zehn Mrd. auf 210 Mrd. Dollar. Außerdem haben wir Währungs-Swaps mit USA, China und Japan über 90 Mrd. Dollar vereinbart. Eine neue Währungskrise müssen wir also nicht fürchten.

Wie sehr besorgt Sie Protektionismus?

Wir sind als Exportnation wie Deutschland sehr besorgt. Deshalb müssen wir die Lektion aus den 30er Jahren lernen. Dennoch sehe ich nur eine Gefahr, wenn es eine lang anhaltende Stagnation geben sollte. Denn die Zeichen für Besserung schmälern derzeit den Druck nach protektionistischen Maßnahmen. Außerdem haben sich die Regierungschefs der G20 verpflichtet, dass Abschottung keine Option sein darf.

Als Exportnation sind Sie auch von Konjunkturpaketen anderer Länder abhängig. Teilen Sie den Vorwurf, Deutschland tue nicht genug?

Ursprünglich gab es einen angloamerikanischen und einen europäischen Ansatz. Die einen wollten mehr finanziellen Impulse, die anderen mehr Kontrolle der Finanzmärkte. Jetzt wurde in London eine Mischung beschlossen. Das ist gut so.

Seite 1:

„Wir kommen als einer der Ersten aus der Krise“

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%