Sunniten fordern Rückzug der Schiiten aus der Stadt Madain
Irak: 70 Schiiten in der Hand von Extremisten

HB BERLIN. In der mittelirakischen Stadt Madain haben sunnitische Extremisten mindestens 70 schiitische Männer als Geiseln genommen. Sie drohen damit, ihre Opfer zu ermorden, falls sich die schiitische Bevölkerung nicht aus der Stadt zurückziehe, hieß es aus Kreisen der irakischen Regierung.

Etwa hundert Maskierte stürmten am Freitag mit Autos ins Zentrum der je zur Hälfte von Schiiten und Sunniten bewohnten Stadt und griffen vor allem Jugendliche und alte Männer auf, berichtete der Oberste Rat für eine Islamische Revolution (SCIRI).

«Die Familien haben uns angerufen und um Hilfe gebeten. Die Frauen und Kinder sind in großer Angst», sagte SCIRI-Sprecher Hatham Husseini. Der SCIRI, die größte schiitische Organisation im Irak, habe die Regierung aufgefordert, einzuschreiten. Ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums erklärte, irakische Sicherheitskräfte würden das Gebiet etwa 20 Kilometer südöstlich von Bagdad abriegeln und versuchen, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Das Innenministerium teilte mit, es handele sich um Wahhabiten, einer fundamentalistischen Sekte des sunnitischen Islams. «Sie wollen Streit zwischen den Religionsgruppen stiften», sagte ein Mitarbeiter.

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