Syrien-Konflikt
Putin macht ernst – Bomber greifen an

Massive Unterstützung bekommt Syriens Diktator Assad von seinem Verbündeten Russland. Putins Intervention in den Krieg scheint überraschend – ist sie aber tatsächlich nicht. Die USA bestätigen die ersten Angriffe.
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MoskauRussland greift nun auch militärisch in den Syrien-Konflikt ein. Nach US-Angaben wurden erste Luftangriffe geflogen. Die Bombardierungen habe es in der Umgebung von Homs gegeben, berichten die Nachrichtenagenturen AFP und Reuters. Sie berufen sich auf US-Militärkreise. Russland habe die USA eine Stunde vorher über entsprechende Pläne informiert.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuvor vom Parlament einstimmig die Erlaubnis erhalten, Kampftruppen ins Ausland zu schicken. „Konkret geht es um Syrien“, sagte der Chef der Präsidialverwaltung, Putins Vertrauter Sergej Iwanow, im Staatsfernsehen. Russland wolle ausschließlich seine Luftstreitkräfte für den Kampf gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) einsetzen, betonte er.

Russland begründet den Militäreinsatz folgendermaßen: „Die Hauptaufgabe ist der Kampf gegen den Terrorismus und die Unterstützung der legitimen Obrigkeit Syriens im Kampf gegen Terrorismus und Extremismus“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Seinen Angaben nach ist Russland damit das einzige Land, das auf legaler Grundlage in Syrien kämpft.

Russland hatte zuletzt seine Militärhilfe für die syrische Regierung von Präsident Baschar al-Assad verstärkt. Darüber hinaus vereinbarten Russland, der Iran, der Irak sowie Syrien den Austausch von Sicherheitsinformationen in einem gemeinsamen Analysezentrum in der irakischen Hauptstadt Bagdad.

Russland verfolgt in Syrien zwei Hauptziele. Erstens ist Putin am Machterhalt Assads interessiert, der trotz gelegentlicher Spannungen zwischen Moskau und Damaskus ein treuer Verbündeter Russlands ist und so den Einfluss Russlands in der Nahostregion sicherstellt. Dies beinhaltet sowohl den Besitz einer Militärbasis, als auch potenziell die Möglichkeit zur Erschließung der Öl- und Gaslagerstätten vor der syrischen Küste durch russische Konzerne. Andere Verbündete hat Russland in Syrien nicht.

Zweitens ist der IS, gegen den das russische Militär nun allem Anschein nach Luftschläge führen wird – ein Bodenkrieg erscheint Moskau zu verlustreich und riskant – eine ernsthafte Bedrohung für die innere Sicherheit Russlands. Zahlreiche Kämpfer stammen aus Russland und der GUS, im Kreml wird ihre Rückkehr als Destabilisierungsfaktor speziell für den Kaukasus befürchtet.

Unklar bleibt dabei auf den ersten Blick, warum Putin erst vor wenigen Tagen in einem Interview ein militärisches Engagement in Syrien völlig ausschloss. „Russland wird sich nicht an Militäroperationen auf dem Territorium Syriens oder anderer Staaten beteiligen, zumindest planen wir das zum heutigen Tag nicht“, sagte er in einem Interview.

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Dementis und Verschleierungen als politische Taktik

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  • @ Herr Marc Otto -

    >> wie sollen sie da nachvollziehen können, wie der IRAN die Isis geschaffen hat. >>

    Ich kann das nicht, deshalb habe ich Sie ja auch gefragt....?

    Sie können es wohl auch nicht ! " Otto's Sicherheitskreise " haben wohl das Thema noch nicht besprochen, nur mal verkündet...:-)


  • @ Herr Marc Otto

    >> Russland und Israel wollen nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Tel Aviv in Syrien abgestimmt handeln. >>

    Heißt dieser Sicherheitskreis " Otto's Stammtisch im Pott "......?

  • Nun, was den Druck auf die Luxustaliban in Saudi-Arabien betrifft, der ausgeübt werden müsste, stimme ich zu.Man wird nicht umhin kommen mit Russland eine Anti-Terror-Allianz zu schmieden. Man wird in diesem Zusammenhang nicht umhin kommen die Sanktionen ggü. Russland einzustellen, Frieden in der Ukraine zu schaffen, verstärkt Öl und Gas von Russland beziehen als auch von den USA und gleichzeitig den Kauf saudischen Öls zu reduzieren. Denn genau dort liegt die Wurzel des Übels. IS wird vom Ölgeld, was der Westen bezahlt, finanziert. Waffen liefern wir auch noch an die Saudis. Holt die Chinesen ins Boot. Legt den saudischen Sumpf trocken!

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