Syrien-Konflikt
US-Militär bestreitet Luftangriff auf Moschee

In der vergangenen Woche wurde dem US-Militär vorgeworfen, einen Luftangriff auf eine Moschee nahe Aleppo gefahren zu haben, bei dem mindestens 42 Menschen getötet wurden. Diese Vorwürfe weist das Militär nun von sich.
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Tampa/DamaskusDas US-Militär hat die Verantwortung für einen Luftangriff mit Dutzenden Toten auf eine Moschee nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo zurückgewiesen. Ein Sprecher des Zentralkommandos erklärte, es habe am Donnerstag in der Gegend einen Luftangriff auf ein Gebäude gegeben, in dem sich Mitglieder des Terrornetzwerkes Al-Kaida getroffen hätten.

„Es gibt eine Moschee innerhalb von 50 Fuß (rund 15 Meter) von dem Gebäude, die immer noch steht“, zitierte die „New York Times“ den Sprecher. Er kündigte zugleich eine Untersuchung an.

Nach Angaben des Zentralkommandos richtete sich der Angriff gegen ein Ziel in der Umgebung von Idlib. Dabei seien mutmaßlich mehrere Terroristen getötet worden. Zu zivilen Opfern gebe es keine Angaben. Die bombardierte Moschee stand in dem von Rebellen kontrollierten Ort Al-Dschinnah, der sehr nahe an der Grenze zur Provinz Idlib liegt.

Ein Luftangriff hatte die Moschee nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag während des Abendgebets getroffen. Die Zahl der Toten stieg auf 46, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. Mehr als 100 Menschen seien verletzt worden, viele von ihnen schwer. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten.

Die Rettungsorganisation Weißhelme erklärte, ihre Helfer suchten unter den Trümmern nach weiteren Opfern. In der Region sind zahlreiche Vertriebene untergekommen, die im vergangenen Jahr aus dem über Monate heftig umkämpften Aleppo geflohen waren.

Der Aktivist Mohammed al-Schaghel, der nach eigene Angaben am Angriffsort war, erklärte in einer Kurznachricht, er gehe davon aus, dass US-Jets den Angriff geflogen hätten. „Die Moschee ist durch den Angriff dem Erdboden gleichgemacht worden“, schrieb er.

Der Leiter der Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdel Rahman, erklärte, weder russische noch syrische Flugzeuge hätten den Angriff geflogen. Die Menschenrechtler beziehen ihre Angaben von Informanten in Syrien. Andere Aktivisten beschuldigten aber auch Moskaus Luftwaffe, die im Bürgerkrieg die Regierung unterstützt.

Sowohl die USA als auch Russland bombardieren in Syrien regelmäßig Extremisten aus der Luft. Die Angriffe richten sich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und gegen die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir-al-Scham-Front. Diese hat unter anderem in der Nähe von Aleppo Stellungen. Seit Anfang des Jahres sind bei US-Luftangriffen Dutzende Anführer der Tahrir-al-Scham-Front getötet worden. Die Organisation ist wie der IS von der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland ausgenommen.

Erst am Mittwoch waren in der von Rebellen beherrschten Stadt Idlib im Nordwesten Syriens bei einem Luftangriff 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Kinder. Der Syrienkonflikt hatte sich in dieser Woche zum sechsten Mal gejährt. Er hatte im März 2011 mit Protesten gegen die autoritäre Regierung begonnen. In dem Bürgerkrieg, in dem zahlreiche andere Staaten mitmischen, sind mindestens 400 000 Menschen ums Leben gekommen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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