Syrien-Krieg
Syriens Opposition will mit Übergangsregierung Chaos lindern

Im brennenden Syrien soll eine Übergangsregierung Ruhe in die „befreiten Zonen“ bringen. Schon in einer guten Woche soll die Führung bestimmt werden. Doch noch stellen sich viele Fragen – und es fehlt Geld.
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Damaskus/KairoIm syrischen Bürgerkrieg will die Opposition für die von ihr kontrollierten Gebiete eine Übergangsregierung bilden. Darauf habe sich das größte Oppositionsbündnis Nationale Koalition geeinigt, sagte sein Sprecher Walid al-Bonni am Freitag. Nach der Anschlagsserie vom Donnerstag mit laut UNO „rund 100“ Toten wurden am Freitag bei Raketenangriffen auf das nordsyrische Aleppo mindestens zwölf Menschen getötet.

Al-Bonni sagte, über die Zusammensetzung einer Regierung für die Verwaltung der „befreiten Zonen“ und ihren Chef solle bei einem weiteren Treffen am 2. März entschieden werden. Dieses soll nach Angaben anderer Oppositionspolitiker in Istanbul stattfinden.

Die verschiedenen Strömungen des Bündnisses hätten sich bei zweitägigen Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo auf diesen Fahrplan verständigt. Dabei sei ein Kompromiss zwischen der einflussreichen Muslimbrüderschaft und den Befürwortern einer raschen Regierungsbildung erzielt worden. Über mögliche Kandidaten wurde zunächst nichts bekannt.

Wie aus der Nationalen Koalition weiter verlautete, will die Opposition damit verhindern, dass die von Rebellen gehaltenen Gegenden in Syrien im Chaos versinken. Bisher haben im Exil lebende Oppositionelle aber wenig Macht über die Aufständischen im Land selbst.

Die fehlende Zusammenarbeit stellte sich in dem seit zwei Jahren andauernden Konflikt als große Schwäche heraus. Dem Vernehmen nach haben die Rebellen bereits etwa die Hälfte Syriens unter ihrer Kontrolle, müssen aber täglich Angriffe der Regierungstruppen aus der Luft und vom Boden fürchten.

Ziel der Übergangsregierung ist es, ihren Sitz in diese Gegenden zu verlagern. Unklar ist, ob dies bereits von Beginn an umsetzbar ist. Zudem ist noch ungeklärt, wie sich die Übergangsregierung finanziert. Experten gehen von monatlichen Kosten aus, die mehrere Milliarden Dollar umfassen.

Ein Diplomat mit Kontakt zu den Oppositionellen sagte: „Es entsteht eine Situation, wo Chaos herrscht in den befreiten Gebieten, während es in den von Assad gehaltenen Regionen weiter Benzin, Strom und eine Grundversorgung gibt. Wenn dies andauert, dann wird die Unterstützung für die Rebellen schwinden und der Krieg könnte verloren gehen.“ Andere betonten, die Wahl eines Anführers sei ein gutes Zeichen nach draußen.

Auch am Freitag wurde in Syrien gekämpft. In der Großstadt Aleppo schlugen nach Angaben der Opposition mehrere Raketen ein. Mindestens zwölf Menschen seien bei dem Angriff auf zwei Viertel im Osten der Stadt getötet worden. Viele Familien seien unter den Trümmern ihrer Häuser verschüttet worden, berichtete ein Angehöriger der Opposition per Telefon.

In dem Konflikt wurden nach UN-Schätzungen bis zu 70.000 Menschen getötet. Der Bürgerkrieg zieht sich auch deshalb hin, weil die oppositionellen Kräfte lange Zeit zersplittert waren und immer noch unterschiedliche Interessen verfolgen. Die Nationale Koalition gilt aber als wichtigstes Oppositionsbündnis.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Kommentare zu " Syrien-Krieg: Syriens Opposition will mit Übergangsregierung Chaos lindern"

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  • @anonym
    Ich muss Ihnen da leider voellig zustimmen. Die Haltung der Mainstream Presse grenzt schon an Unterlassungskriminalitaet und Propaganda. Diesen ' Menschenrechtsimbiss' von GBs Gnaden als Dauerquelle zu bemuehen ist kaum zu ertragen. Den Rest kann man getrost als Rebellenpropaganda abhacken. Was bleibt da eigentlich noch. Ich bin seit 20 Jahren Teizeitjournalist und schaeme mich derweil das zuzugeben. Seit Libyen ist ENDE mit investigativem Journalismus. Voellig Ende. Wer nicht mitspielt wird mundtot gemacht.

  • Da die Meldungen der etablierten Presse sich im Fall von
    Syrien völlig anders anhören als die Berichte der alternativen Internetmedien kann ich nur vermuten, dass
    die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Aber durch Nachdenken kommen mir bei der Darstellung hier doch Zweifel an dem westlichen Gesamtkunstwerk : "Bisher haben im Exil lebende Oppositionelle aber wenig Macht über die Aufständischen im Land selbst. Die fehlende Zusammen-arbeit stellte sich in dem seit zwei Jahren andauernden Konflikt als große Schwäche heraus." Na so was. Warum sollten Exil-Oppositionelle in Syrien das Sagen haben ?
    Da versucht eine Frau Clinton verzweifelt etwas wie Einigung zu organisieren, andere westliche Beobachter stellen fest, dass man es auf Seiten der Rebellen mit kaum vorzeigbaren Bandenchefs zu tun habe aber man tut so als ob Assad so gut wie abgesetzt wäre. Das Problem des Westens ist doch, dass sein "Revolutionsentwurf" weitaus brutaler und hässlicher geworden ist als etliche oppositionelle Syrer sich das vorgestellt haben. Man liest dass Etliche, die früher friedlich gegen Assad demonstriert haben, angesichts der erschreckenden radikalen Aussichten eher sich mit Assad versöhnen lassen,
    allein schon um eine Fremdbestimmung zu verhindern bzw.
    das "libysche Schicksal" abzuwehren. Da nun auch die nord-
    syrischen Kurden näher an Assad herangerückt sind und alle
    vernünftigen Leute endlich Frieden wollen könnte der
    Umsturz bzw. Regime-change scheitern. Wird der Westen das
    zulassen oder stärkere Geschütze auffahren ? Manche meinen
    die Zeit läuft nun für Assad bzw. (wenn sich die wirtschaftliche Lage in USA und Europa zuspitzt) gegen die
    Iran-Pläne der Militär-Allianz. Mal sehn was wird ... .

  • Der von der USA/Israel angeführte Westen unterstützt aktiv die Terroristen (sog. "Rebellen","Freiheiutskämpfer") in Syrien!

    Diese vom Westen finanzierten und organisierten islamistiaschen Banden richten, wie bereits in Lybien, grausamste Verbrechen und Zerstörung in Syrien an.

    Es sind Verbrecher aus saudischen Gefängnissen, aus Qatar, Tunesien, Yemen, der Türkei, etc. zusammen mit professionellen Terroristen wie der "Al-Nusra Front" und westlichen "Ausbildern". Agenten des französischen, britischen, amerikanischen und natürlich israelischen Geheimdienstes sind ebenfalls da.

    Die Presse ist einer der Hauptschuldigen in dieser widerwärtig verlogenen Inszenierung. Es ist abstossend, wie gewissenlos und rückgradlos die meisten sog. Mainstream "Journalisten" sind. Hinzu kommt bei dieser unfassbaren Heuchelei und Hetze, daß die Presse damit aktiv den Terrorismus unterstützt und einen nicht mehr wieder gut zu machenden Schaden anrichtet.

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