Tagelanger Nervenkrieg
Chronik: Die britisch-iranische Soldaten-Krise

Der Iran lässt die seit knapp zwei Wochen festgehaltenen 15 britischen Soldaten frei. Die Festnahme im nördlichen Persischen Golf hatte eine schwere Krise zwischen London und Teheran ausgelöst. Nachfolgend ein Überblick über die Ereignisse.

23. März: Im Mündungsbereich des Grenzflusses Schatt el Arab nimmt der Iran 15 Angehörige der britischen Marine mit der Begründung fest, diese seien bei der Inspektion eines Handelsschiffes in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen. Nach Darstellung der britischen Regierung ereignete sich der Zwischenfall dagegen in irakischem Seegebiet. Die britischen Patrouillenboote gehören zur Fregatte „Cornwall“, die den Erdöl- und Waffenschmuggel vor der Küste des Irak verhindern soll.

27. März: Laut einem Bericht der BBC werden die Briten auf einem Stützpunkt der iranischen Revolutionsgarden in Teheran festgehalten. Im Tauziehen um die Freilassung bestellt die britische Außenministerin Margaret Beckett den iranischen Botschafter zum wiederholten Mal ins Londoner Auswärtige Amt ein.

28. März: Premierminister Tony Blair will den internationalen Druck auf die iranische Führung erhöhen und friert die Beziehungen zu Teheran ein. US-Präsident Bush sagt ihm Unterstützung zu. Teheran bietet an, die 26-jährige Soldatin Faye Turney als „Zeichen der Entspannung“ freizulassen. Das iranische Staatsfernsehen strahlt Bilder aus, die Turney und die übrigen Gefangenen beim Essen zeigen.

29. März: Im Konflikt um die festgehaltenen Marinesoldaten will London den Weltsicherheitsrat einschalten. Teheran interpretiert die Verschärfung des Tons als „politisches Tamtam“ und unterlässt die bereits angekündigte Freilassung der einzigen weiblichen Gefangenen.

30. März: Der Iran veröffentlicht ein neues Gefangenenvideo, in dem der Marinesoldat Nathan Thomas Summers sich entschuldigt, mit seinen Kameraden in iranische Hoheitsgewässer eingedrungen zu sein. Die EU-Außenminister bekräftigen ihre Solidarität mit London.

2. April: Alle 15 im Iran festgehaltenen britischen Soldaten haben angeblich „Geständnisse“ abgelegt.

3. April: Der britische Premierminister Tony Blair droht dem Iran mit einem härteren Vorgehen Großbritanniens.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%