Terror-Alarm
Bomben hätten erheblichen Schaden angerichtet

Die abgefangenen zwei Paketbomben aus dem Jemen waren nach Einschätzung deutscher Sicherheitskreise voll funktionsfähig und hätten erheblichen Schaden anrichten können. Jetzt wird in Berlin und international geprüft, wie der Luftfrachtverkehr besser vor Terror geschützt werden kann. Die Suche nach den Bombenbauern läuft.
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HB BERLIN/LONDON/SANAA. Nach den vereitelten Anschlägen mit Paketbomben aus dem Jemen prüft die Bundesregierung eine Verschärfung bei der Kontrolle von Luftfracht. Dazu wurde ein Arbeitsstab von Auswärtigem Amt, Verkehrs- und Innenministerium sowie den Sicherheitsbehörden eingerichtet. International geht die Suche nach den Aufgebern der an Ziele in den USA adressierten Sprengstoffpäckchen und ihren Hintermännern weiter. Die jemenitischen Behörden suchten am Montag nach einer Frau, die die Paketbomben nach Amerika verschickt haben soll. Eine erste Terror-Verdächtige war wieder freigelassen worden.

Die abgefangenen zwei Paketbomben aus dem Jemen waren nach Einschätzung deutscher Sicherheitskreise voll funktionsfähig und hätten erheblichen Schaden anrichten können. "Wir gehen davon aus, es hätte funktioniert", hieß es am Montag aus diesen Kreisen in Berlin.

Die beiden Bomben mit 300 beziehungsweise 400 Gramm geruchslosem Sprengstoff PETN waren in handelsüblichen HP-Laserjet-Druckern versteckt und mit einem ausgeklügelten Zündmechanismus versehen. Eine der Paketbomben wurde per Luftpost über Deutschland transportiert. Sie konnte nach einem Hinweis der deutschen Sicherheitsbehörden in Großbritannien abgefangen werden.

Nicht bestätigt wurden Medienberichte, wonach die für Chicago aufgegebenen Bomben bereits an Bord der Frachtmaschinen explodieren sollten. "Wir haben definitiv noch keine belastbaren Erkenntnisse, dass diese Fracht hätte in der Luft explodieren können", hieß es in den Kreisen. Geklärt werden solle jetzt, ob mit den Paketbomben ein Transportweg ausgetestet werden sollte oder ob direkt ein Anschlag geplant war.

Als gefährlich eingestuft wurde auch die hoch spezialisierte Verwendung des Sprengstoffs Nitropenta (PETN), das den Angaben zufolge nur durch Beimischung anderer Materialen aufgespürt werden könne. Der Sprengstoff sei nicht sichtbar und nicht einfach feststellbar in den Druckertonern eingebaut worden. Zudem sei die präparierte Paketbombe einem "normalen Drucker in Aufbau und Gewicht" weitgehend ähnlich gewesen.

Als Hintermann des jüngsten Terrorvorfalls wird der Saudi Ibrahim Hassan al-Assiri vermutet, der sich seit 2006 im Jemen aufhalten und eine gefährliche Terrorzelle aufgebaut haben soll. Das Terrornetzwerk Al-Kaida soll in jüngster Zeit verstärkt auf den Sprengstoff PETN zurückgreifen.

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  • was für eine show...

    - der Zeitpunkt vor den Kongresswahlen;
    - die miserable wirtschaftl. Lage - insbesondere der USA;
    - das ganze Vorgehen (Sprengstoff in "Hosentaschenmengen" aus einem 3.Weltland einführen);
    - und wie die "üblichen Verdächtigen" auf diese show reagieren:
    ohne zu Hinterfragen wird der vorgekaute Dreck über die Massen ergossen.

    Dieser Schrecken, der hier angerichtet werden sollte, nutzt nur bestimmten Leuten...
    ... wer nicht nur erschrecken, sondern tatsächlichen Schaden anrichten will, der geht anders vor.

  • Geklärt werden solle jetzt, ob mit den Paketbomben ein Transportweg ausgetestet werden sollte oder ob direkt ein Anschlag geplant war.
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    Ziel ist es größtmöglichen schaden anzurichten !
    Explodiert eine solche Paketbombe im Flugzeug,vielleicht bei einem Zwischenstop der zum Auftanken genutzt wird,ist das Ziel dieser Terroristen erreicht !

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