Terror durch Taliban
Pakistan kämpft ums Überleben

Der pakistanische Staat kämpft nach den Worten von Präsident Asif Ali Zardari um sein Überleben. Radikal-islamische Taliban-Kämpfer operierten mittlerweile nicht nur in den Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan, sondern seien inzwischen auch in die großen Städte im Inland aktiv.

HB ISLAMABAD. Pakistans Präsident Präsident Asif Ali Zardari sagte dem amerikanischen TV-Sender CBS: "Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Taliban versuchen, in Pakistan die Macht zu übernehmen. Deshalb geht es um das Überleben Pakistans", erklärte Zardari. Aufständische haben in den vergangenen Monaten in Pakistan zahlreiche verheerende Anschläge mit hunderten Toten verübt, unter anderem im September 2008 auf das Marriott-Hotel in Islamabad. Dabei waren mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. "Es ist wichtig, dass wir sie aufhalten", sagte Zardari. Gleichzeitig wies er Spekulationen zurück, Militär

und Geheimdienst stünden nicht geschlossen hinter seiner Regierung.

Bei einem US-Luftangriff auf ein mutmaßliches Extremistenversteck in der Grenzregion wurden am Samstag nach pakistanischen Geheimdienstangaben mindestens 30 Menschen getötet.

Bei den Opfern des jüngsten US-Luftangriffs soll es sich nach pakistanischen Geheimdienstangaben vor allem um El-Kaida-nahe Kämpfer aus Usbekistan handeln. Durch den Raketenbeschuss sei ein Haus in der Stammesregion Süd-Waziristan "dem Erdboden gleichgemacht worden", in dem sich mindestens 50 Extremisten versammelt hatten, hieß es. In den vergangenen Monaten haben US-Streitkräfte Dutzende Luftschläge gegen Verstecke der Extremisten auf pakistanischem Staatsgebiet geführt. Meist kommen dabei Drohnen - unbemannte Flugzeuge - zum Einsatz. Pakistan sieht durch die Angriffe seine Souveränität verletzt.

In der Nordwest-Grenzprovinz wurde unterdessen ein chinesischer Ingenieur nach fast einem halben Jahr Geiselhaft freigelassen. Das teilte die chinesische Botschaft am Sonntag in Islamabad mit. Über die genauen Umstände der Freilassung wurde nichts bekannt. Radikal- islamische Extremisten hatten den Chinesen im August verschleppt. In Pakistan befinden sich mehrere Ausländer in der Hand von Islamisten. Im vergangenen Jahr waren in der Nordwest-Grenzprovinz unter anderem der afghanische Generalkonsul sowie ein iranischer Diplomat verschleppt worden. Von beiden fehlt bis heute jede Spur. Einen verschleppten Polen hatten Extremisten vor wenigen Tagen enthauptet.

Im Fall des in der südwestlichen Provinz Baluchistan entführten Regionalchefs des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen hat sich UN-Generalsekretär Ban Ki Moon persönlich für dessen Freilassung eingesetzt. Eine UN-Sprecherin sagte am Samstag in New York, Ban und Zardari seien sich bei einem Gespräch einig gewesen, dass alles für die sichere und sofortige Freilassung des US- Amerikaners John Solecki getan werden müsse.

Zu der Tat hatte sich Separatisten bekannt, die die Loslösung Baluchistans von Pakistan fordern. Die politisch motivierte Gruppe, die keine Verbindungen zu radikal-islamischen Extremisten hat, verlangt die Freilassung von 140 Anhängerinnen, die in Folterzellen des pakistanischen Geheimdienstes sitzen sollen.

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