Terror-Prozess
Mumbai-Attentäter gibt Tatbeteiligung zu

Lang hatte er seine Unschuld beteuert, nun hat der einzige überlebende beiteiligte an den Terroranschlägen von Mumbai zugegeben, dass er an der Terroraktion beteiligt war. Dabei waren mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen.

HB NEU DELHI. Der einzige überlebende Beteiligte an den Terroranschlägen von Mumbai (Bombay) hat am Montag vor einem Gericht in der indischen Finanzmetropole seine Mittäterschaft zugegeben. Staatsanwalt Ujwal Nikam erklärte, der 21-jährige Pakistaner Ajmal Amir Kasab habe detailliert über den Verlauf der Terroraktion Auskunft gegeben, bei der Ende November mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen waren. Zudem habe er seine Komplizen sowie die Drahtzieher des Angriffs benannt, darunter einen Anführer der aus Pakistan heraus operierenden Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba.

"Wir waren überrascht, dass Kasab so unvermittelt seine Schuld eingestanden hat", sagte Staatsanwalt Nikam. Damit hätten die Ermittler nicht mehr gerechnet, da Kasab bislang stets seine Unschuld beteuert habe. Der pakistanische Verteidigungsminister Chaudhry Ahmed Mukhtar bezweifelte dagegen die Glaubwürdigkeit der Aussagen Kasabs. "Es ist ein Geständnis, kein Beweis", so Mukhtar gegenüber dem indischen Sender CNN-IBN.

Der Prozess gegen den Pakistaner hatte am 15. April unter massiven Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Für die Verhandlung war in einem Hochsicherheitsgefängnis in Mumbai extra ein bombensicherer Gerichtssaal errichtet worden. Nach Ansicht der indischen Staatsanwaltschaft war Kasab Teil der zehnköpfigen Extremistengruppe, die über drei Tage hinweg Geiseln genommen und unter anderem zwei Luxushotels besetzt gehalten hatte. Die Polizei hatte eine 11 000 Seiten umfassende Anklageschrift gegen Kasab und 37 weitere Verdächtige erstellt.

Die Anschläge hatten die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan schwer belastet. Die US-Regierung musste sich einschalten, um die Spannungen zu entschärfen. Inzwischen nähern sich die südasiatischen Atommächte jedoch wieder an. Erst am Donnerstag bekannten sich beide Regierungen in einer gemeinsamen Erklärung dazu, dass "Dialog der einzige Weg nach vorne ist". Zudem verständigten sie sich darauf, Maßnahmen gegen Terrorismus künftig getrennt von Friedensgesprächen zu behandeln, die Indien nach den Angriffen auf Eis gelegt hatte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%