Terrorgefahr
"Wir sind wachsam"

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hält die Gefahr eines Terroranschlages zur Fußball-EM für unverändert hoch.

HB FRANKFURT. Zwar lägen den Behörden keine Hinweise auf Anschlagsplanungen vor, sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag" laut Vorabmeldung. "Aber wir sind wachsam, denn Deutschland liegt im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus." Schäuble betonte, dass Deutschland einen großen Beitrag leiste, um die Sicherheit des Turniers zu garantieren. "Unsere Polizeien von Bund und Ländern unterstützen Österreich und die Schweiz bei der Ausrichtung einer sportlich interessanten und friedvollen Euro 2008." Ingesamt würden dort bis zu 1 700 Beamte präsent sein.

Die europäische Polizeibehörde Europol rechnet unterdessen nach eigenen Angaben mit einem gewaltfreien Verlauf der Europameisterschaft. "Nach meinem Eindruck sind Österreich und die Schweiz außerordentlich gut auf die EM vorbereitet. Die Verantwortlichen haben das Sicherheitskonzept von langer Hand mit hoher Präzision und Sorgfalt erarbeitet", sagte Europol-Chef Max-Peter Ratzel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Dank internationaler Zusammenarbeit habe die Polizei die Hooligan-Szene Europas sehr gut im Blick. Zu einem möglichen Terroranschlag sagte Ratzel, ein solcher lasse sich nie mit absoluter Sicherheit ausschließen. Er halte aber das Risiko wie die Verantwortlichen in Österreich und der Schweiz für gering.

Die österreichischen Sicherheitsbehörden bereiten sich unterdessen auf mögliche Krawalle anlässlich des Fußball-Länderspiels Deutschland-Polen am Sonntag in Klagenfurt vor. Den deutschen und polnischen Boulevardmedien, die sich in den vergangenen Tagen heftige Auseinandersetzungen geliefert hatten, warf der Chefkoordinator für die Fußball-EM der österreichischen Regierung, Heinz Palme, im Deutschlandradio Kultur vor, zusätzlich Öl ins Feuer zu gießen. Damit seien die Grenzen der "Vernunft und des Anstands" überschritten. Jedoch seien die Sicherheitsbehörden gut vorbereitet.

Österreich hat sein Sicherheitskonzept nach Palmers Worten an dem von Deutschland bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 ausgerichtet. Es seien nationale Hooligan-Daten ausgewertet und das Schengener Abkommen für die Zeit der Europameisterschaft außer Kraft gesetzt worden. Außerdem würden szenekundige Beamten aus den jeweiligen Ländern vor Ort eingesetzt werden. Insgesamt erwartet der Chefkoordinator 700 000 Gäste während der Fußball-EM in Österreich.

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