Terrorgruppe
Islamische Gelehrte lehnen Isis-Kalifat ab

Islamische Gelehrte weltweit erkennen das von der Dschihadisten-Gruppe Isis ausgerufene Kalifat nicht an. Sie bezeichnen die Isis-Terroristen als unislamisch, weil sie den Tod von anderen Muslimen in Kauf nehmen.
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KairoIslamische Gelehrte aus aller Welt lehnen das von der Terrorgruppe Isis ausgerufene Kalifat ab. In ihren Botschaften verkünden sie, kein Muslim sei verpflichtet, dem selbst ernannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi seine Loyalität auszusprechen. Die über Teile des Iraks und Syriens herrschenden Isis-Terroristen werden von vielen Gelehrten als unislamisch bezeichnet, weil sie den Tod von anderen Muslimen in Kauf nehmen.

So nannte der marokkanische Gelehrte Umar al-Hadduschi laut arabischen Medien den Isis-Kommandanten al-Baghdadi einen „vom Glauben abgefallenen“. Und der ägyptische islamistische Prediger Hani al-Sibai verbreitete auf Twitter eine Warnung an die Isis-Kämpfer, Gott sei nur mit den Aufrechten. Al-Sibai wünschte der irakischen Regierung, „trotz meiner Kritik an ihr“, Erfolg im Kampf um die von den Isis eingenommenen Stadt Mossul.

Die Terrorgruppe „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ (Isis) hatte am Samstag in den von ihr eroberten Provinzen des Iraks und Syriens ein „Islamisches Kalifat“ ausgerufen. In einer Audiobotschaft wurde Isis-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi zum Kalifen bestimmt. Zudem hieß es, alle Muslime müssten dem neuen Kalifen Gefolgschaft schwören. Ein Kalifat ist ein auf islamischen Gesetzen basierendes Staatswesen, in dem die weltliche und religiöse Führung in einer Hand liegen. Laut der Audiobotschaft verkürzte die Terrorgruppe ihren offiziellen Namen zudem auf „Islamischer Staat“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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