Terrorkrieg
Dutzende Zivilisten bei Luftangriffen auf IS-Gebiete getötet

Regelmäßig bombardieren Jets in Syrien und im Irak Regionen unter Kontrolle der Terrormiliz Islamischer Staat. Erneut kommen dabei Zivilisten ums Leben. Wer war für die Luftangriffe verantwortlich?
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Bagdad/DamaskusBei Luftangriffen auf Gebiete unter Kontrolle der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak sind Aktivsten und lokalen Quellen zufolge Dutzende Zivilisten ums Leben gekommen. Die meisten Menschen starben demnach bei der Bombardierung der westirakischen Grenzstadt Al-Kaim. Ein Krankenhausarzt berichtete von 66 Toten und 88 Verletzten. Der örtliche Parlamentsabgeordnete Faris al-Faris sprach am Donnerstag sogar von 120 Toten und 170 Verletzten. In Al-Kaim sei ein belebter Markt bombardiert worden, erklärte er.

Iraks Armeeführung wies die Meldungen hingegen als Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zurück. Sämtliche Informationen aus Al-Kaim ständen unter Kontrolle der Extremisten, hieß es in einer Erklärung. Irakische Jets hätten Angriffe auf IS-Stellungen geflogen, in denen sich Selbstmordattentäter versteckt hätten.

Al-Faris erklärte hingegen, es gebe Informationen, wonach Iraks Luftwaffe Al-Kaim bombardiert habe. „Das ist ein großes Massaker, für das die Zentralregierung verantwortlich ist“, sagte er. Jets der irakischen Luftwaffe und der US-geführte internationalen Koalition greifen im Irak regelmäßig die sunnitische Terrormiliz an.

Parlamentspräsident Salim al-Dschaburi forderte die Regierung in Bagdad auf, eine Untersuchungskommission einzusetzen. Al-Kaim liegt an der Grenze zu Syrien in der Provinz Al-Anbar, die vor allem von Sunniten bewohnt wird. Von diesen fühlen sich viele von der Mehrheit der Schiiten im Land diskriminiert.

Bei Luftangriffen auf IS-Gebiete in Nordsyrien wurden Aktivisten zufolge mindestens 22 Zivilisten getötet. Jets hätten in den vergangenen 24 Stunden Ziele in der Nähe der IS-Hochburg Al-Rakka und nördlich der Großstadt Aleppo bombardiert, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Unter den Opfern im Norden Aleppos seien auch eine Mutter und ihre sieben Kinder.

Für die Bombardierung nahe Al-Rakka machten die Menschenrechtler das US-geführte internationale Bündnis verantwortlich. Bei dem Angriff nördlich von Aleppo sei unklar, ob ihn Flugzeuge der Koalition oder der Türkei geflogen hätten. Die USA und ihre Verbündeten bombardieren im Norden Syriens regelmäßig Regionen unter IS-Kontrolle. Die Extremisten beherrschen in Syrien und im Irak große Gebiete.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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