Terrorplanungen von London
Je drei Flugzeuge sollten gesprengt werden

Während sich die britischen Behörden bedeckt halten, debattieren Experten umso emsiger darüber, ob und wie tief das Terrornetzwerk El Kaida in die Anschlagsplanungen von London verstrickt war. Allerdings werden auch Zweifel daran laut, dass es den Terroristen überhaupt gelungen wäre, Sprengstoff an Bord zu bringen. Die USA sehen sich derweil durch Anschlagspläne von London direkt bedroht.

HB LONDON. Peter Clarke, der Chef der Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard, sagte am Donnerstag, Polizei und der Inlandsgemeindienst hätten in der Nacht mehr als 21 Verdächtige festgenommen. Sie hätten geplant, sich als Selbstmordattentäter an Bord von Flugzeugen in die Vereinigten Staaten in die Luft zu sprengen. Nach US-Angaben hatten es die Attentäter wohl auf die führenden US-Fluglinien Continental, American und United Airlines abgesehen.

Erste Hinweise habe man bereits vor Monaten bekommen, erklärte Scotland-Yard-Mann Clarke weiter. Die Ermittlungen hätten in der Nacht zum Donnerstag einen „kritischen Punkt“ erreicht. Zur Identität der Terrorverdächtigen wollten sich die Behörden nicht äußern.

Nach Informationen der BBC sollten in mehreren „Wellen“ jeweils drei Flugzeuge fast zeitgleich getroffen werden. Der Sender berichtete am Donnerstag unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass insgesamt neun Maschinen in die Luft gesprengt werden sollten. Bei den meisten der 21 Festgenommen soll es sich um Muslime handeln, die in Großbritannien geboren wurden. Die Gruppe habe auch „Verbindungen“ nach Pakistan.

Der französische Innenminister Nicolas Sarkozy mehrte am Abend diese Vermutungen. „In zwei oder drei Tagen werden wir mehr konkrete Informationen über die Arbeitsweise dieser Terroristengruppe haben, die pakistanischen Ursprungs zu sein scheint“, sagte er am Donnerstag vor Journalisten.

US-Heimatschutzminister vermutet El Kaida als Drahtzieher

US-Heimatschutzminister Michael Chertoff sagte am Donnerstag, zwar könne die Täterfrage noch nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Der Hergang lasse aber auf El Kaida schließen. Die USA würden nun bewaffnete Flugbegleiter (Air Marshals) nach Großbritannien entsenden, damit sie zusammen mit britischen Kollegen für einen sicheren Luftverkehr sorgen. Tony Snow, Sprecher des US-Präsidialamtes, bezeichnete die Anschlagspläne von London für mehrere transatlantische Flüge als unmittelbare Bedrohung für das eigene Land.

Der britische Premierminister Tony Blair lobte nach der Aufdeckung der Anschlagspläne die Zusammenarbeit mit den USA. „Es gab eine enorm enge Zusammenarbeit mit den US-Behörden, die von großem Wert war“, erklärte der Labour-Regierungschef am Donnerstag in einer Stellungnahme von seinem Urlaubsort auf Barbados. Zugleich bekräftigte er die Entschlossenheit, gegen die Terrorgefahr gemeinsam vorzugehen. Der britische Premierminister hatte noch in der Nacht mit US-Präsident George W. Bush telefoniert.

Bush ließ seinerseits keinen Zweifel daran, dass islamistische Gruppen hinter den vereitelten Anschlägen auf transatlantische Flüge stehen. Die Vorfälle seien ein weiterer Beweis dafür, dass sich die USA mit „mit islamistischen Faschisten im Krieg“ befänden, sagte Bush am Donnerstag in Green Bay im Bundesstaat Wisconsin. Diese Feinde würden alles tun, um die Freiheit zu bekämpfen und „unserer Nation Schaden zuzufügen“, sagte Bush am Donnerstag in Green Bay (Wisconsin). Er dankte dem britischen Premierminister Tony Blair und den britischen Behörden für die hervorragende Zusammenarbeit.

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