Terrorverdacht
Jemeniten an die USA ausgeliefert

Die mutmaßlichen Unterstützer des Terrornetzwerkes El Kaida, Scheich Mohammed Ali El Mojad und sein Mitarbeiter Mohammed Mussien Siad, sind bereits am Sonntag den US-Behörden am Frankfurter Flughafen übergeben worden. Das hat die Hessische Generalstaatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt. Sie stehen unter Terrorverdacht.

HB FRANKFURT/MAIN. Die Männer seien mit einer amerikanischen Luftwaffen-Maschine nach New York gebracht worden. Das Bundesverfassungsgericht hatte die Auslieferung am Donnerstag für rechtens erklärt.

Die USA verdächtigen El Mojad unter anderem, für das Terrornetzwerk Osama bin Ladens 20 Mill. $ gesammelt zu haben. Auch soll er zu den wichtigsten Unterstützern der palästinensischen Terrorgruppe Hamas gehören. Medienberichten zufolge war der Vorbeter einer wichtigen Moschee in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa von einem US-Agenten nach Deutschland gelockt worden. Am 10. Januar dieses Jahres nahmen BKA-Beamte ihn und seinen Assistenten im Frankfurter Flughafenhotel Sheraton fest.

Von weiteren rechtlichen Schritten wie etwa der Anrufung des Europäischen Gerichtshofs sei bei der Staatsanwaltschaft nichts bekannt gewesen, erklärte Behördensprecherin Hildegard Becker- Toussaint. Dieser von den Anwälten der Beschuldigten angekündigte Schritt hätte keine aufschiebende Wirkung gehabt. Die Jemeniten müssen in den USA vor ein ordentliches Gericht gestellt werden.

Jemen lässt 92 El-Kaida-Verdächtige frei

Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih hatte am Sonntag angeordnet, 92 Häftlinge freizulassen. Sie waren unter dem Verdacht festgenommen worden, Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida zu haben.

„Die Regierung ist durch Präsidentendekret aufgefordert worden, 92 Menschen freizulassen, die ihre Reue bekundet und versprochen hätten, sich von Extremismus fern zu halten“, verlautete aus Regierungskreisen.

Jemen, ein treuer Verbündeter der USA, hatte nach dem 11. September 2001 zahlreiche El-Kaida-Verdächtige festgenommen. Im Hafen von Aden waren am 12. Oktober 2000 bei einem Anschlag auf den Zerstörer „USS Cole“ 17 US-Seeleute ums Leben gekommen.

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