Thailand
Demonstranten blockieren Bangkoks Flughafen

Tausende Regierungsgegner haben am Mittwoch mit der Besetzung des Internationalen Flughafens versucht, die Regierung von Ministerpräsident Somchai Wongsawat zu stürzen. Alle Flüge wurden abgesagt.

HB BANGKOK. Es sind die bislang massivsten Proteste der oppositionellen Volksallianz für Demokratie (PAD), die seit vier Monaten den Rücktritt des Ministerpräsidenten fordert und dazu auch seit Wochen dessen Büros blockiert. Insgesamt wurden bis Mittwochmorgen 73 Flüge abgesagt. Als eine der letzten konnte die Lufthansa-Maschine nach Frankfurt den Flughafen am Dienstagabend noch verlassen. Bei Explosionen auf den Parkplätzen vor dem Flughafen wurden am Mittwochmorgen mindestens vier Menschen verletzt, berichtete der Rundfunk. Die Polizei griff nicht ein.

Tausende von Demonstranten waren am Dienstagabend auf das Flughafengelände eingedrungen. Sie wollen mit der Blockade des internationalen Flughafens die für Mittwoch geplante Rückkehr des umstrittenen Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat verhindern, der vom APEC-Gipfel in Peru zurück in Thailand erwartet wurde. Einige Demonstranten drangen kurzzeitig auch in den Kontrollturm ein und verlangten den Flugplan des Ministerpräsidenten zu sehen. Die Demonstranten halten den Schwager des bei einem Militärputsch gestürzten Exministerpräsidenten Thaksin Shinawatra nur für dessen Marionette. Thaksin wurde im Oktober wegen Korruption in Abwesenheit zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Er lebt im Exil.

Mit der Blockade des Internationalen Flughafens hat sich die innenpolitische Krise in Thailand weiter zugespitzt. „Wir haben gesiegt“, jubelte Oppositionsführer Chamlong Srimuang. Sein außerparlamentarisches Bündnis PAD versucht seit Wochen, Ministerpräsident Somchai zum Rücktritt zu zwingen. Schon während des Tages hatten Tausende die Zufahrtsstraßen zum Flughafen Suvarnabhumi blockiert. Sicherheitskräfte stellten sich ihnen entgegen. Es gelang ihnen jedoch nicht, die Demonstranten vom Flughafengelände und von der Startbahn fernzuhalten.

Unbekannte Angreifer schleuderten am Mittwochmorgen mehrere Sprengsätze auf die Demonstranten. Einer explodierte in einer Gruppe in der Nähe des Internationalen Flughafens, ein anderer am Inlandsflughafen Don Muang. Hier wurden drei Menschen nach Angaben der Polizei verwundet. Zwei weitere Explosionen gab es in Bangkok selbst. Über Opfer wurde hier nichts bekannt. Schon am Dienstag waren bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegner der Regierung elf Menschen verletzt worden, einige durch Schüsse.

Flüge nach Bangkok wurden umgeleitet, unter anderem nach Chiang Mai und Phuket. Rund 500 Reisende säßen aber noch fest, sagte Flughafendirektor Serirat Prasutanont. Der Vorfall habe das ansehen Thailands beschädigt.

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