The New Yorker-Bericht
Angriff soll seit langem geplant gewesen sein

Der Angriff auf den Libanon ist bereits Monate vor der Verschleppung zweier israelischer Soldaten geplant gewesen. Das will der investigative Journalist Seymour Hersh herausgefunden haben. In der jüngsten Ausgabe des Magazins The New Yorker schreibt er, die Bombardierung des Südlibanons sei ein Testlauf für einen möglichen US-Angriff auf den Iran gewesen.

HB DÜSSELDORF. Hersh, der die Verbrechen im irakischen Gefängnis von Abu Ghraib aufgedeckt hatte, schreibt in der neuesten Ausgabe des Magazins „The New Yorker“ weiter, die US-Regierung habe zuvor grünes Licht für den Angriff der Israelis gegeben. Bereits vor dem 12. Juli sei es zwischen den Regierungen und den Militärführungen Israels und der USA zu Absprachen gekommen. An dem Tag hatte die Hisbollah zwei israelische Soldaten gekidnappt und damit den Auslöser für die israelischen Angriffe geliefert.

Aber auch die US-Pläne, den Iran anzugreifen, hätten mit den Absprachen zu tun, behauptet Hersh. So hätten die Amerikaner es als Hindernis angesehen, dass die Hisbollah mit Raketen Haifa oder Tel Aviv treffen könnte, während die Amerikaner selbst den Iran angreifen. Auch sollte die Regierung in Beirut mit der Zerstörung der militärischen Infrastruktur des Hisbollah im Süden des Landes gestärkt werden.

Test für einen Iran-Angriff

Die US-Armee habe zudem einen Beweis gesucht, dass ein Luftangriff in der Region erfolgreich geführt werden kann. Hintergrund sei ein Streit innerhalb der US-Streitkräfte über die Wirksamkeit von Luftschlägen gegen Iran, sagte Hersh in einem Interview mit dem australischen Fernsehsender ABC. Ähnlich wie in Südlibanon haben die Iraner viele iher Raketen unterirdisch versteckt.

Teile des US-Militärs seien überzeugt, dass ein Luftangriff auf den Iran allein nicht ausreichen würde und später zwangsläufig den Einsatz von Bodentruppen nach sich ziehen würde. Für eine Bodenoffensive fehlten den Amerikanern aber die Kapazitäten. Hersh will erfahren haben, dass die Pläne mindestens seit dem Frühjahr mit dem Pentagon besprochen worden sind.

Als die Hamas am 28. Juni einen israelischen Soldaten im Gazastreifen entführte, sei die entgültige Entscheidung gefallen, beim nächsten Zwischenfall einen Militärschlag im Norden zu führen. Hersh nennt in seinem Artikel aber keine Namen der Quellen. Gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN sagte er, seine Quellen stammen aus Regierungskreisen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%