Totes Kind am Strand
Das Sinnbild der Tragödie

Ein kleiner Junge aus Syrien hat die Flucht über das Mittelmeer nicht überlebt. Er ertrinkt vor der türkischen Küste. Sein toter Körper liegt am Strand von Bodrum. Ein Bild, das weltweit große Betroffenheit auslöst.
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Das Foto von Ailan geht um die Welt und sorgt für Bestürzung. Der kleine Körper des Jungen, bekleidet mit einem roten T-Shirt und einer kurzen blauen Hose, war an einen Strand im Süden der Türkei gespült worden. Ein junger Polizist nimmt die Leiche in die Arme und trägt sie davon. Auf einem Foto ist zu sehen, wie der Polizeibeamte den Kopf zur Seite dreht, so als will er dem traurigen Anblick der Kinderleiche entgehen.

„Ein Foto, um die Welt zum Schweigen zu bringen“, kommentierte die italienische Zeitung „La Repubblica“ das Foto von der im Sand liegenden Jungenleiche. „Der Untergang Europas“, schrieb die spanische Zeitung „El Periodico“ in ihrer Onlineausgabe. „Was, wenn nicht dieses Bild eines an den Strand gespülten syrischen Kindes, wird die europäische Haltung gegenüber Flüchtlingen ändern?“, fragte die britische Zeitung „The Independent“ auf ihrer Website.

Im Kurznachrichtendienst Twitter wurde das Foto unter dem Hashtag in türkischer Sprache #KiyiyaVuranInsanlik verbreitet (Die fortgespülte Menschlichkeit) – und löste große Betroffenheit aus. „Wenn dieses Bild die Welt nicht verändert, haben wir alle versagt“, schrieb eine Nutzerin. „Mir kamen die Tränen (...)“, meinte eine andere. „Ohne Worte“, schrieb ein weiterer Nutzer.

Ailan saß vermutlich in einem von zwei Flüchtlingsbooten, die am Mittwochmorgen auf dem Weg von der türkischen Küste zu einer griechischen Ägäis-Insel sanken. Insgesamt zwölf tote Flüchtlinge aus Syrien, darunter fünf Kinder, wurden von der türkischen Küstenwache geborgen. 15 Flüchtlinge schafften es an Land. Drei Menschen wurden noch vermisst.

Der Notfall-Leiter der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Peter Bouckaert, erklärte, die Flüchtlinge seien „nahezu sicher gestorben, als sie versuchten, in Europa in Sicherheit zu gelangen, indem sie an Bord eines Schmuggler-Boots gingen. Stattdessen endeten sie als die neuesten Opfer von Europas armseliger Antwort angesichts einer wachsenden Krise.“

Seit Jahresbeginn haben schon mehr als 350.000 Flüchtlinge die gefährliche Reise über das Mittelmeer gemacht, um in Europa ein besseres Leben zu finden. Oft schicken Schlepper völlig überladene und seeuntaugliche Boote auf den Weg. Dabei kommen immer wieder Menschen ums Leben.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Totes Kind am Strand: Das Sinnbild der Tragödie"

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  • So etwas, Kinderleichen als Propaganda-Objekt gibt es bei mir nicht.

  • "Eingliederung in die syrische Armee"

    Gemeint sein muss natürlich die Einbindung in militärische Strukturen, die sowohl den IS als auch den Diktator Assad bekämpft.

  • So ist es!

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