Transparency International
Populisten in der Politik befeuern Korruption

Die Korruption hat 2016 weltweit zugenommen, so ein Bericht von Transparency International. Nicht nur die Türkei und Ungarn rutschen im Index ab – auch die USA unter Donald Trump bereiten den Experten Sorgen.
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BerlinDie ausufernde Korruption in vielen Ländern der Welt gibt nach Einschätzung von Transparency International Populisten Aufwind. „Die Menschen sind die zu vielen leeren Versprechungen der Politiker, etwas gegen die Korruption zu tun, leid und wenden sich populistischen Politikern zu, die einen Systemwandel versprechen“, heißt es im jüngsten Jahresbericht der Antikorruptions-Organisation. Damit verschlechtere sich die Lage aber meistens nur.

„Statt den Vetternwirtschafts-Kapitalismus anzugehen, errichten diese Führer oft noch schlimmere Formen korrupter Systeme“, sagte der Vorsitzende der in Berlin ansässigen Organisation, José Ugaz. Nur dort, wo es Meinungsfreiheit, Transparenz und starke demokratische Institutionen gebe, könne Korruption erfolgreich bekämpft werden.

Insgesamt hat die Korruption nach Einschätzung von Transparency im vergangenen Jahr weltweit zugenommen. Transparency-Vorsitzender Ugaz verwies insbesondere auf Ungarn und die Türkei. Die Werte beider Länder im Korruptionswahrnehmungsindex hätten sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. In Argentinien sei nach der Abwahl der populistischen Regierung indes eine Verbesserung eingetreten, sagte Ugaz.

Der Index basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgegeben werden. Die Länder werden nach einer Reihe von Faktoren bewertet. Unter anderem wird berücksichtigt, ob Regierungsvertreter nach Korruptionsfällen vor Gericht gebracht werden oder ungestraft bleiben. Eine Rolle spielt zudem die wahrgenommene Verbreitung von Bestechung und ob öffentliche Institutionen auf die Bedürfnisse der Bürger reagieren.

Auf Grundlage dieser Daten werden Dänemark und Neuseeland im Transparency-Bericht als die am wenigsten korrupten Länder geführt. Auf den weiteren Plätzen folgen Finnland, Schweden, die Schweiz und Norwegen. Die Top zehn der am wenigsten korrupten Länder werden von Deutschland, Luxemburg und Großbritannien abgerundet – die sich Platz zehn teilen.
Somalia gilt den Angaben zufolge als das korrupteste Land, gefolgt von Südsudan, Nordkorea und Syrien. Die Vereinigten Staaten sind von Platz 16 im Jahr 2015 auf Platz 18 abgerutscht.

Mit Hinblick auf die neue US-Regierung von Donald Trump zeigt sich Transparency International überdies zusätzlich besorgt: Der Präsident habe im Wahlkampf zwar angekündigt, „den Sumpf trockenzulegen“. „Aber wenn man seine bisherigen Aktionen anschaut, gibt es da Vetternwirtschaft“, sagte der Forschungsdirektor der Organisation, Finn Heinrich, der Nachrichtenagentur AP. „Die Leute in seinem Kabinett haben viele Interessenskonflikte. Sie stehen nicht für Transparenz ein.“

In dem Bericht wurden 176 Länder unter die Lupe genommen. Nahezu 70 Prozent dieser Staaten kamen auf eine Zahl von unter 50 von insgesamt 100 Punkten. Null meint dieser Berechnung zufolge hochgradig korrupt; 100 wird als sehr sauber oder transparent wahrgenommen. „In diesem Jahr sind mehr Länder auf dem Index abgerutscht als sich verbessert haben“, schreiben die Autoren des Reports. Dies zeige, dass dringend gehandelt werden müsse.

Am stärksten verschlechtert hat sich im Jahresvergleich Katar, das 10 Punkte einbüßte. „Die Fifa-Skandale, die Ermittlungen zur Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 in Katar und Berichte über Menschenrechtsverletzungen bei Arbeitsmigranten haben die Wahrnehmung des Landes klar beeinträchtigt“, sagte Ugaz. Verbessert habe sich die Situation unter anderem in Weißrussland, Myanmar und Afghanistan.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Transparency International: Populisten in der Politik befeuern Korruption"

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  • @Herr Holger Narrog, 25.01.2017, 09:32 Uhr

    Dass Populisten in der Politik Korruption befeuern ist eine nach weithin allgemein anerkannten journalistischen (nicht nur!) Kriterien eine Tatsache. Lassen Sie das einfach mal so stehen.

    Ob Sie das zur Kenntnis nehmen oder sich (gerne) die Erhebungskriterien genauer ansehen wollen, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen.

  • Mir macht etwas ganz Anderes Sorgen, und zwar ganz gewaltige. Und das ist die Zukunft unseres Landes in monetärer, kultureller und religiöser Hinsicht Dank unserer Bundeskanzlerin, die ganz offensichtlich den Bezug zur Realität und einer sinnvollen Strategie und letztendlich den Blick für die Zukunft des deutschen Volkes komplett verloren hat respektive es vor allem in diesen Zeiten besonders auffällt, dass sie ihn wahrscheinlich nie hatte.
    Ich empfehle dingend, auf das politische Chaos in Deutschland zu schauen, als hier standing abzudrucken, wie schlimm es angeblich woanders auf der Welt abgeht. Denn damit, also mit unseren eigenen Problemen und ihren Ursachen, hätten Sie 365 Tage im Jahr vollends zu schreiben, liebes Handelsblatt!!!

  • Der Artikel bleibt jegliche Antwort darauf schuldig warum eine "populistische Regierung*" Korruption begünstigt.

    Die Regierung Argentiniens ist meines Erachtens konservativ, wirtschaftsliberal einzustufen. Da diese erhebliche wirtschaftliche Verbesserungen erzielt hat, ist diese sicherlich populistisch.

    *populistisch kommt aus dem Lateinischen Volk. Gemeint ist wohl eine Regierung die sich an den Interessen des Volkes orientiert.

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