Treffen der G20
Weltfinanzgipfel: Viel Lärm, wenig Wirkung

Die 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen beraten am Samstag in Washington über eine Neuordnung der globalen Finanzarchitektur. Die Herausforderung ist enorm, die Chance auf einen Durchbruch gering.

Wohl selten klafften vor einem Gipfeltreffen die Erwartungen und Realitäten so weit auseinander wie vor der Zusammenkunft der Staats- und Regierungschefs aus den G20-Ländern an diesem Wochenende in Washington. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat rund um den Globus einen enormen Handlungsdruck für schnelle Gegenmaßnahmen der Politik erzeugt.



Insbesondere in Europa überbieten sich Staatslenker wie Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy und der britische Premierminister Gordon Brown mit Vorschlägen für eine neue Weltfinanzordnung. Zugleich wächst der Druck, die drohende Weltrezession durch eine massive Konjunkturförderung zu mildern.

In den USA und Asien wird der Aktionismus der Europäer in Regulierungsfragen eher skeptisch beurteilt. Die Amerikaner misstrauen grundsätzlich supranationalen Organisationen, die Asiaten fühlen sich weitaus weniger von der Finanzkrise betroffen und wollen sich keinesfalls vom Westen in ihre Wirtschaftsordnung hineinreden lassen.

Damit es in Washington nicht zum ordnungspolitischen Showdown zwischen Europäern und Amerikanern kommt, bemühen sich beide Seiten, die hochgesteckten Erwartungen zu dämpfen und einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Als Kompromiss deutet sich folgende salomonische Formel an: Die G20-Länder einigen sich auf allgemeine Absichtserklärungen für eine bessere Finanzaufsicht und fordern konkret, dass sich jeder Staat im Rahmen seiner Möglichkeiten mit geld- und fiskalpolitischen Mitteln gegen den globalen Abschwung stemmt.

Im Folgenden werden die Ausgangspositionen der wichtigsten Länder beschrieben:

USA: In den USA gibt es zur Finanzkrise derzeit mindestens zwei Positionen: die des scheidenden US-Präsidenten und jene des kommenden. Das Problem dabei: Da George W. Bush seinem Nachfolger keine Hürden hinterlassen will, kann er sich nicht wirklich festlegen. Und da Barack Obama noch nicht im Amt ist, kann er wiederum nicht offen sagen, was er zum Thema Finanzarchitektur tatsächlich denkt. Also sind aus beiden Lagern nur eher vage Kommentare zu hören.

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