International
Trends beim nachhaltigen Wirtschaften

Das Ziel einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung ist weitgehend anerkannt. Doch die praktische Umsetzung hakt. Wie ist nachhaltiges Wirtschaften machbar?

Noch viel zu tun: Automobilhersteller berücksichtigen zunehmend soziale und ökologische Belange. Jedoch zeigt das magere Nachhaltigkeits-Branchenrating von C+ auf einer Zwölfer-Skala, das Oekom-Research am Montag in München veröffentlicht, erhebliche Defizite bei den Autobauern auf. BMW und Renault sind die Spitzenreiter. „Sie haben sich stärker verpflichtet, ihre Unternehmen in verantwortlicher Art zu führen“, erläuterte Analyst Johannes Nikolopoulos. Volkswagen erreichte nur den Durchschnitt. Peinlich für Porsche, sich auf Rang 17 (von 20 untersuchten Firmen) in der weit abgeschlagenen Gruppe vorwiegend asiatische Hersteller mit Bewertungen von C-D zu befinden. Fast alle Firmen legen einen Umweltbericht vor und das Bewusstsein über die Bedeutung ökologischer Belange scheint hoch. Das Branchenrating Umwelt von C+ aber weist auf große Verbesserungspoten-tiale hin. „Soziale Belange werden im Vergleich dazu stiefmütterlicher behandelt und kommuniziert, nicht nur in Asien sondern auch in deutschen Firmen“, sagte Nikolopoulos. sbe

Schlafmützen: Die Regierung in Berlin hat zwar vor einem Jahr eine Nachhaltigkeitsstrategie vorgelegt und deren Leitbild in der Agenda 2010 angeführt. Doch die Mannschaft von Bundeskanzler Gerhard Schröder hält sich nicht daran. Obwohl Nachhaltigkeit soziale Gerechtigkeit und Modernisierung verbinden könne, orientiere sich die Regierung bei den aktuellen Reformvorhaben zur Rente, Gesundheit, Steuer und Gemeindefinanzierung nicht daran, kritisiert Volker Hauff, Vorsitzender des Rates für nachhaltige Entwicklung. Kein Wunder, dass mangels Vorbildern die lokalen Agenda-Aktivitäten in Deutschland zusehends einschlafen. Und dass die einst so stolze Umweltnation beim Länder-Rating von Oekom-Research nur Rang zehn der 30 OECD-Staaten einnimmt und beim Umweltbereich auf Platz 18 abgerutscht ist. sbe

Tipps für die Praxis: Das Ziel einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung ist weitgehend anerkannt. Doch die praktische Umsetzung hakt. Wie ist nachhaltiges Wirtschaften machbar? Auf diese Frage antworten Experten aus Unternehmen und Verbänden sowie Berater und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen und Praxisfelder im „Handbuch Nachhaltige Entwicklung“ des Kölner Iso-Institut. Die Neuerscheinung stellt anschaulich dar, was nachhaltiges Wirtschaften für Unternehmen attraktiv macht und mit welchen Strategien und Instrumenten sie es realisieren können. sbe

Gudrun Linne und Michael Schwarz (Hrsg.): Handbuch Nachhaltige Entwicklung. Opladen: Leske + Budrich, 2003, ISBN 3-8100-3758-3, 620 S., 35,00 Euro.

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