Trotz Amoklaufs
USA wollen von Afghanistan nicht lassen

Die USA wollen unverändert an ihrer Afghanistan-Strategie festhalten - auch wenn die Beziehungen zu dem Land durch den jüngsten Amoklauf und die Verbrennung von Koranschriften schwer belastet sind.
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WashingtonTrotz des Amoklaufs eines US-Soldaten wollen die USA an ihrer Afghanistan-Strategie festhalten. „Wir können nicht zulassen, dass diese Ereignisse unsere Strategie oder Mission untergraben“, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Montag auf einem Flug nach Kirgistan. US-Präsident Barack Obama warnte vor einem überstürzten Abzug der US-Truppen aus Afghanistan.

Der US-Soldat hatte am Sonntag in der südafghanischen Provinz Kandahar 16 Dorfbewohner, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, in ihren Häusern getötet. Nach Angaben des Pentagon war der Unteroffizier erstmals in Afghanistan, davor war er drei Mal im Irak im Einsatz. Dort habe er sich bei einem Verkehrsunfall ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen, sagte ein Pentagon-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP. Verletzungen dieser Art sind bei US-Soldaten im Irak oder Afghanistan keine Seltenheit. Neurologen sehen

inzwischen einen Zusammenhang zum späteren Auftreten eines post-traumatischen Stress-Syndroms.

Laut Panetta und dem Pentagon handelte es sich um die Tat eines Einzeltäters. Dieser werde sich vor einem Militär-Tribunal verantworten und müsse im Fall eines Schuldspruchs mit der Todesstrafe rechnen. „Nach meinem Verständnis könnte dies unter diesen Umständen in Betracht kommen“, sagte Panetta. Er warnte, dass es im Krieg immer wieder derartige Vorfälle gebe: „Krieg ist die Hölle“, sagte er. Umso wichtiger sei es, „dass wir diesen Krieg zu einem verantwortlichen Ende bringen“.

Ähnlich äußerte sich auch Obama. Der Abzug der US-Truppen müsse auf „verantwortungsvolle Art und Weise“ erfolgen, um zu verhindern, „dass wir am Ende wieder zurückkehren müssen“, sagte der US-Präsident dem lokalen CBS-Ableger KDKA. Auf keinen Fall dürfe es ein blindes „Rennen zu den Ausgängen“ geben, sagte er weiter. Die Afghanen müssten zuvor in der Lage sein, ihre Grenzen selbst zu verteidigen und eine Rückkehr von El Kaida zu verhindern. Gleichzeitig aber müsse sichergestellt werden, „dass wir

nicht länger in Afghanistan bleiben als wir müssen“, fügte Obama im Sender KCNC hinzu.

Der Amoklauf hat die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Afghanen und den USA weiter verschlechtert. Präsident Hamid Karsai bezeichnete die Tat als „unverzeihlich“, das Parlament in Kabul forderte die US-Regierung auf, den „Schuldigen in einem öffentlichen Verfahren vor dem afghanischen Volk“ den Prozess zu machen. Washington warnte vor gewaltsamen Protesten in Afghanistan, Stammesführer in Kandahar riefen ausdrücklich zum Gewaltverzicht auf. Allen Befürchtungen zum Trotz blieb es zunächst ruhig.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Trotz Amoklaufs: USA wollen von Afghanistan nicht lassen"

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  • Nun da Osama gefunden, kann natürlich die Frage erlaubt sein,warum wollen die unbedingt dort länger bleiben wollen. Die Intervention hat höchst warhscheinlich andere Begehrlichkeiten, die man noch nicht gewillt ist, an den Tag zu legen.

    Zum anderen müssen die "Rohstofffelder" gesicherten, natürlichen Abfluß zu den weltweiten Verbrauchern haben. Deswegen wurde ja die Bundeswehr im Rahmen der NATO, wie andere Verbündete auch, zu den Maßnahmen hinzugezogen.

    Wie der normale Verbraucher weiß, Afghanistan liegt soweit von dem riesigen Markt der VR China auch nicht weg. Schon wird mal durch die WTO eingeläutet, daß die VR China den Weg frei machen "darf" für die seltenen Erden. Und bist du nicht willig, lassen wir uns auch gerne um Hilfe bitten. Das Waffenpotential zur Drohgebärde könnte eine US-Patent tragen, als abschreckende Wirkung.

  • "Gleichzeitig aber müsse sichergestellt werden, „dass wir
    nicht länger in Afghanistan bleiben als wir müssen“, fügte Obama im Sender KCNC hinzu."

    Inhaltslos und leer, aber fuer die US-Masse scheinbar wirksam - ein typischer Obama-Spruch. Genau so wie "Yes we can!" Was eigentlich????

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