Trotz Wahlschlappe
Spaniens Oppositionschef Rajoy bleibt im Amt

Trotz seiner Niederlage bei der spanischen Parlamentswahl bleibt Oppositionsführer Mariano Rajoy als Präsident der konservativen Volkspartei (PP) im Amt. Der 52-Jährige teilte am Dienstag dem Parteivorstand in Madrid mit, dass er nicht an einen Rücktritt denke.

HB MADRID. Wie aus Parteikreisen verlautete, wird Rajoy den für Oktober vorgesehenen Parteitag vorziehen und im Juni abhalten lassen. Dort werde er für eine Wiederwahl als Parteichef kandidieren.

Rajoy beendete damit die Spekulationen über seine politische Zukunft. Die Presse hatte berichtet, er erwäge nach dem Sieg der Sozialisten bei der Wahl am Sonntag einen Rücktritt. Führende Politiker der PP hatten Rajoy jedoch zum Bleiben aufgerufen und betont, die PP habe bei der Wahl ein achtbares Ergebnis erzielt. Der PP-Chef war am Tag nach der Abstimmung nicht in der Öffentlichkeit aufgetreten. Als einziger Spitzenkandidat der größeren Parteien lieferte er keine Analyse des Wahlausgangs. Diese Aufgabe überließ er dem PP-Generalsekretär Angel Acebes. In der Wahlnacht hatte er abgespannt und mutlos gewirkt und sich von seinen Anhängern mit einem lakonischen „Adiós“ verabschiedet.

Die den Konservativen nahestehende Zeitung „El Mundo“ hatte Rajoy noch am Dienstag offen zum Rücktritt aufgerufen: „Das Beste wäre, den nächsten Parteitag vorzuziehen und den PP-Mitgliedern die Chance zu geben, einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Die PP-Anhänger sehnen sich nach einem neuen Trainer, neuen Spielern und einer neuen Taktik.“ Luis María Ansón, einer der angesehensten konservativen Kolumnisten in Spanien, meinte: „Die PP braucht einen neuen Chef. Rajoy ist nur ein mittelmäßiger Oppositionsführer und ein Kandidat ohne Durchschlagskraft.“

Rajoy war vor gut vier Jahren vom damaligen Ministerpräsidenten José María Aznar als Nachfolger im Amt des Parteichefs auserkoren worden. Er verlor überraschend die Parlamentswahl 2004 gegen den Sozialisten José Luis Rodríguez Zapatero. Bei der Wahl am Sonntag konnte die PP fünf Mandate hinzugewinnen, den Abstand zu den regierenden Sozialisten aber nicht verkürzen.

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