Trump delegiert Wahlversprechen
Kushner übernimmt Spezialeinheit im Weißen Haus

Eine mächtige neue Behörde im Weißen Haus soll wichtige Trump-Projekte wie die Radikalreform der Bundesverwaltung vorantreiben. Geführt wird das Amt von Jared Kushner. Der weiß, was der Schwiegervater von ihm erwartet.
  • 5

US-Präsident Donald Trump delegiert einige seiner zentralen Wahlversprechen an seinen Schwiegersohn Jared Kushner. Kushner, Ehemann von Trump-Tochter Ivanka, soll im Weißen Haus eine neu geschaffene Abteilung führen: Das „White House Office of American Innovation“. Es soll nur dem Präsidenten selbst unterstellt sein. Zu den Personen, die an den Plänen für das Büro mitgewirkt haben, gehören auch der Direktor des nationalen Wirtschaftsrats, Gary Cohn und die stellvertretende nationale Sicherheitsberaterin Dina Powell.

Kushners Aufgabenliste gleicht einem Mammutprogramm. So soll sich die neue Einheit unter anderem um die Instandsetzung der Bundesbürokratie, eine Reform der Veteranen-Versorgung und den Kampf gegen Drogenmissbrauch kümmern. Intern werde die neue Abteilung als eine Spezialeinheit strategischer Berater gesehen, berichtet die Washington Post. Diese Berater sollen sich aus ehemaligen Managern rekrutieren. Auch die Tech-Größen aus dem Silicon Valley sollen Kushners Team zur Seite stehen.

Der Washington Post bestätigte US-Präsident Trump diese Pläne: „Ich habe dem amerikanischen Volk versprochen, Ergebnisse zu produzieren und meine ‚vor dem Zeitplan, unter dem Budget‘-Mentalität auf die Regierung anzuwenden“, sagte Donald Trump der Zeitung. Kushner sagte, die Regierung soll wie ein großes amerikanisches Unternehmen funktionieren. „Wir hoffen, dass wir für unsere Kunden, die Bürger, Erfolg und Effizienz erreichen können.“ Dafür werde sein Team führende Talente aus Wirtschaft und Regierung zusammenbringen.

Noch heute soll das Projekt offiziell verkündet werden. Trump plant die Bekanntgabe des neuen Büros zu einem Zeitpunkt, an dem sich seine noch junge Regierung auf einem Tiefpunkt befindet. Am Freitag war der republikanische Gesetzentwurf, das als „Obamacare“ bekannte Gesundheitsgesetz aufzuheben und zu ersetzen, im Repräsentantenhaus gescheitert. Dabei waren tiefe Spaltungen innerhalb der republikanischen Partei offengelegt worden.

Für Kushner bedeutet die neue Rolle einen weiteren Aufstieg innerhalb des Weißen Hauses. Auch im Vergleich mit Chefstratege Steve Bannon, der in dem neuen Amt keine offizielle Rolle spielen soll, positioniert er sich nun besser. Der 36-jährige Immobilien-Manager ist bereits ein wichtiger Trump-Berater, der zum Beispiel auch mit dem Personal des Weißen Hauses und mit den bilateralen Beziehungen zu China, Mexiko, Kanada und den Staaten des Nahen Ostens beschäftigt ist.

Nach Angaben aus Regierungskreisen hatte die Arbeit für das Innovationsbüro kurz nach dem Amtsantritt Trumps Ende Januar begonnen. Die beteiligte Gruppe habe sich seitdem getroffen und damit begonnen, mit Geschäftsführern aus diversen Sektoren zu sprechen. Trumps Tochter Ivanka, die mit Kushner verheiratet ist, wird sich bei Themen engagieren, auf die sie sich konzentriert hat. Ivanka Trump hat ein Büro im Westflügel des Weißen Hauses, aber keinen offiziellen Job.

Kommentare zu " Trump delegiert Wahlversprechen: Kushner übernimmt Spezialeinheit im Weißen Haus "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Und von wem lässt sich der feine Geschäftsmann BEZAHLEN? Der wird ja wohl garantiert nichts für umsonst tun.

  • Trump ist ganz Geschäftsmann er treibt Projekte voran. Gut so!

  • Kushners geschäftlichen Verwicklungen mit Israel könnten auch die US-Politik im Nahen Osten problematisch beeinflussen. Schon jetzt ist man in Israel höchst alarmiert über das Erstarken von Assad gemeinsam mit iranischen Milizen wie der Hisbollah. Israel erwägt, sogar mit Saudi-Arabien, den Feinden Irans, zusammenzuarbeiten, damit deren Einfluss geschwächt wird. Das wären schlechte Neuigkeiten für alle Putinisten, die sich eine Vorherherrschaft Russlands mit dem Iran in der Region wünschen. Gemeinsam mit Trumps Aussage, die USA müssten wieder Kriege gewinnen, gepaart mit seiner katastrophalen innenpolitischen Schwäche, könnte dies der nächste Big Bullshit seiner inkompetenten Regierung werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%