Trump in Brüssel
Rüpel-in-Chief

Unberechenbar und ohne Rücksicht auf Konventionen: So gibt sich Donald Trump gerne. In Brüssel hat der US-Präsident dies nun erneut gezeigt – mit einer Verbal-Attacke auf Deutschland und einem rüden Schubser.
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BrüsselSo fühlt sich „America First“ an: Donald Trump kommt aus dem Hintergrund, drängelt sich nach vorne, schiebt den Ministerpräsidenten von Montenegro zur Seite, um neben Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg ganz vorne auf dem Gruppenfoto zu stehen. Mit stolzem Blick richtet der US-Präsident sein Jackett.

Die Würdenträger der Nato-Staaten hatten es am Donnerstag nicht leicht mit dem neuen Mann aus dem Weißen Haus. In seiner Rede bei einer Zeremonie vor dem neuen Hauptquartier des Bündnisses las Trump den Verbündeten die Leviten und verlangte, dass diese mehr Geld lockermachen.

Aber nicht nur Dusko Markovic, der Regierungschef aus Montenegro, und die versammelten Nato-Vertreter bekamen bei Trumps Brüssel-Besuch ihr Fett weg. Zuvor, beim Treffen mit EU-Vertretern, wurde Trump einem Medienbericht zufolge auch ausfällig gegen Deutschland. „Die Deutschen sind böse, sehr böse“, habe Trump bei seinen Gesprächen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker und EU-Ratspräsident Donald Tusk gesagt, berichtete „Spiegel Online“ unter Berufung auf Teilnehmerkreise.

Der US-Präsident meinte damit den deutschen Handelsüberschuss. „Schauen Sie sich die Millionen von Autos an, die sie in den USA verkaufen. Fürchterlich. Wir werden das stoppen.“ Juncker habe sich den Angaben zufolge hinter Deutschland gestellt.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete indes, Trump habe bei dem Gespräch mit den Spitzen der EU den deutschen Handelsüberschuss als „schlecht, sehr schlecht“ bezeichnet. Zudem habe er klar gemacht, dass die Verringerung des US-Handelsdefizits für ihn absolute Priorität genieße.

Tusk sagte nach dem Treffen, dass einige Fragen bei den Beratungen mit Trump offen geblieben seien, darunter das Thema Handel. Der US-Milliardär hat den Exportüberschuss Deutschlands mehrmals kritisiert und bereits in einem „Playboy“-Interview von 1990 Steuern bei der Einfuhr deutscher Autos angeregt.

Die Börse reagierte umgehend auf Trumps Deutschland-Schelte: Anleger warfen am Freitag Autowerte aus den Depots. „Trumps Kritik ist zwar nicht neu, aber es belastet natürlich“, sagte ein Händler. Schließlich seien wegen der Dieselabgas-Affäre die Autobauer ohnehin schon unter Druck gewesen. BMW, VW und Daimler verloren in der Spitze zeitweise je rund ein Prozent und zählten im Dax zu den Schlusslichtern. Im Verlauf grenzten sie ihre Verluste wieder ein.

Der montenegrinische Regierungschef indes nahm Trumps Rempler am Ende locker. „Ich habe es nicht wirklich registriert. Ich sah nur die Reaktionen darauf in den sozialen Netzwerken. Es ist einfach eine harmlose Situation“, sagte Dusko Markovic. Er dankte Trump, dass dieser Montenegros Nato-Mitgliedschaft unterstütze. Im kommenden Monat soll das Land das 29. Mitglied des Bündnisses werden. In jedem Fall sei es „natürlich“, dass der US-Präsident in der ersten Reihe stehe, sagte er.

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

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  • Das hirnrissige an der ganzen Show ist ja, dass die USA keinen einzigen Cent MEHR in irgend einer Tasche haben, wenn die NATO aufrüstet. Wenn Trump sparen will, könnte er ja den US-Anteil reduzieren. Und wenn er so tolle Kontakte zu Russland hat, kann er seine Freunde in Moskau ja bitten, keinen Krieg anzufangen.

    Das alles will der Drecksack aber nicht. Er will einfach nur den kleinen osteuropäischen Ländern sagen: Wir helfen euch nicht!

    Trump ist und bleibt ein Agent Moskaus, der den Russen den Weg freisperren will.

  • Würg. Der Typ ist echt ne Zumutung. Nur Moskau freut sich über seinen Agenten.

  • Endlich bekommen die Amis ein "Präsident" den sie verdienen. Ich dachte dass der Bush der Oberredneck ist. Wie man sich täuschen kann. Hoffentlich fährt er das Land so richtig gegen die Wand.

    Noch mehr freue ich mich aber über die Vasallen ala Merkel die sich jetzt vor so einem Sonnenschein noch tiefer bücken müssen.

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