Trump-Überwachung
Nunes bekam Informationen aus Weißem Haus

Der Republikaner Devin Nunes steht unter Druck: Seine Hinweise auf eine angebliche Überwachung des US-Präsidenten stammen aus dem Weißen Haus. Für ranghohe Demokraten ist das nicht akzeptabel.
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WashingtonDie Informationen über eine angebliche Geheimdienstüberwachung des Teams von US-Präsident Donald Trump sind offenbar aus dem Weißen Haus gekommen. Das sagte ein Sprecher des Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Devin Nunes, am Montag. Der Republikaner selbst bestätigte, auf dem Gelände des Weißen Hauses gewesen zu sein, als er die Hinweise bekam. Vergangene Woche hatte er behauptet, die Daten von Trumps Team seien möglicherweise bei einer legalen Abhöraktion gegen andere Ziele abgeschöpft worden. Für den Verdacht berief er sich auf eine anonyme Quelle.

Auch nun blieben Nunes sowie sein Sprecher Jack Langer dabei, den möglichen Informanten nicht preiszugeben. Langer sagte wörtlich: „Der Vorsitzende Nunes traf die Quelle auf dem Gelände des Weißen Hauses, um nah an einem sicheren Ort zu sein, wo er die Informationen sichten konnte, die die Quelle ihm zur Verfügung stellte.“

Anschließend war Nunes vor die Presse getreten und hatte von der angeblichen Überwachungsaktion berichtet. Trump selbst, der erklärt hatte, er sei von seinem Vorgänger Barack Obama belauscht worden, sagte, er fühle sich von diesen neuen Informationen ein Stück weit bestätigt.

Die Erkenntnis von Montag sorgte für Empörung unter hochrangigen Demokraten. Sie forderten, Nunes müsse sich aus dem Ausschuss zur Überprüfung mutmaßlicher russischer Einflussnahme auf den US-Wahlkampf zurückziehen. Er sei offensichtlich voreingenommen und könne die Untersuchung nicht mehr objektiv vornehmen, erklärte der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss, Adam Schiff. Er warf ihm zudem vor, ein Sprachrohr für die Trump-Regierung zu sein.

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, forderte den Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, auf, Nunes von dem Posten abzusetzen. Auch Nancy Pelosi, Schumers Gegenpart im Repräsentantenhaus, verlangte ein entsprechendes Vorgehen. Ryan ließ hingegen über eine Sprecherin mitteilen, er habe volles Vertrauen in Nunes.

Nunes war Teil des Übergangsteams von Trump, das dessen Präsidentschaft vorbereitet hatte. Das Weiße Haus hatte Vorwürfe zurückgewiesen, dass Nunes seine Informationen direkt von dort erhalten habe. Warum hätte Nunes Trump in einem solchen Fall dann über diesen neuen Sachverhalt informieren sollen, sagte Sprecher Sean Spicer am Donnerstag. „Das macht nicht besonders viel Sinn.“

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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