Truppenaufstockung
Taliban reagieren mit Kampfansage

Die internationalen Truppen in Afghanistan sollen deutlich verstärkt werden, den Gegner veranlasst dies zum Säbelrasseln: Die Taliban erklärten am Mittwoch, mit erbittertem Widerstand reagieren zu wollen. Die Aufstockung bringe nichts, hieß es, und sei nur eine Maßnahme zur Beruhigung der Öffentlichkeit. Die US-Militärführung ist besorgt.
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HB KABUL. Die radikal-islamischen Taliban haben als Reaktion auf die geplante Aufstockung internationaler Soldaten in Afghanistan erbitterten Widerstand angekündigt. Ihre Kämpfer seien bereit, es mit den zusätzlichen Soldaten aus den USA und anderen NATO-Staaten "in allen Teilen des Landes" aufzunehmen, hieß es in einer am Mittwoch auf einer Internetseite der Extremisten verbreiteten Erklärung. "Die Aufstockung der US-Soldaten wird keinerlei Auswirkung haben. Stattdessen wird sie den Mudschaheddin eine noch bessere Gelegenheit geben, ihre Angriffe zu verstärken, und die ohnehin schon angeschlagene US-Wirtschaft zusätzlich erschüttern."

Den von US-Präsident Barack Obama am Vortag angekündigten Zeitplan für einen Abzug aus Afghanistan bezeichneten die Taliban als "verbalen Trick zur Beschwichtigung der amerikanischen Öffentlichkeit", die dem Krieg zunehmend ablehnend gegenüberstehe.

Die US-Militärführung nimmt den Gegner ernst und hat eindringlich vor einem Scheitern der neuen Afghanistan-Strategie von Präsident Barack Obama gewarnt. Gewinne man im Krieg am Hindukusch nicht die Oberhand, drohe eine „Machtübernahme der Taliban“, sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates am Mittwoch vor einem Senatsausschuss. Generalstabschef Admiral Michael Mullen betonte während der Anhörung, sollten die Taliban wieder in Afghanistan das Sagen haben, werde das Terrornetz El Kaida schnell folgen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hat zudem an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai appelliert, seine Versprechen zur Bekämpfung der Korruption einzuhalten. Außerdem sollten Taliban-Kämpfer, die der Gewalt abgeschworen hätten, wieder in die Gesellschaft integriert werden, sagte Clinton am Mittwoch in Washington. Alle Afghanen sollten diese Möglichkeit haben, wenn sie ihre Zukunft friedlich gestalten wollten, die grundlegenden Menschenrechte ihrer Mitbürger respektierten und sich von der Al-Kaida lossagten.

Nach acht Jahren Krieg will Präsident Obama mit der Entsendung von zusätzlich 30 000 US-Soldaten bis 2011 die Wende am Hindukusch erzwingen. Dann sollen die ersten amerikanischen Truppen zurückkehren. Wenn die Truppenaufstockung im Sommer 2010 abgeschlossen ist, wird sich die Zahl der US-Soldaten auf rund 100 000 erhöht haben. Auch die Verbündeten der USA wollen ihre Truppen um mindestens 5000 Soldaten verstärken, wie NATO - Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen ankündigte.

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  • Zapperlot,

    das dumme Volk ist überall.

  • Taliban ist das absolute Reizwort für mich!islamismus auch!Jeder,der das aus irrglauben verwässern möchte,macht sich mitschuldig,wenn unsere westliche Kultur auf der Srecke bleibt!islamisten kennen keine Gnade!Aber wir sollen denen sowas entgegenbringen?bei den dummen Völkern ist doch eh alles vergebens!Wenn sie es nicht anders wollen,ist es besser,wir vernichten sie,als daß sie uns weiterhin mit Angst und Schrecken überziehen.Wer zum heiligen Krieg aufruft,der soll ihn bekommen!Soviele Atombomben drauf,daß die in den nächsten zigtausend Jaren nicht mehr aus ihren Löchern kommen können!Doch die Uneinigkeit der Vereinten Nationen ist ja das allergrößte Hemmnis!Man fragt sich oftmals selbst,ob man noch auf der richtigen Seite steht,bei soviel Unentschlossenheit.

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