Truppenübungen
Finnland und Schweden öffnen sich der Nato

Das Verhalten der Russen in der Ukraine-Krise bringt die neutralen Staaten Schweden und Finnland der Nato näher. Jetzt wollen sie internationale Truppen für Übungen ins Land lassen.
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HelsinkiIn der Krise mit Russland wollen die neutralen EU-Länder Finnland und Schweden Übungen von Nato-Soldaten in ihren Ländern zulassen. Wie der finnische Verteidigungsminister Carl Haglund am Mittwoch mitteilte, werde man beim Nato-Gipfel nächste Woche eine sogenannte Host-Support-Vereinbarung unterzeichnen. Auch Schweden arbeite an einem ähnlichen Abkommen mit der Nato, sagte die schwedische Verteidigungsministerin Karin Enström einem Bericht des „Svenska Dagbladet“ zufolge. Am Ende müsse aber das Parlament darüber entscheiden.

Die Ankündigung dürfte das Verhältnis zwischen Finnland, Schweden und Russland weiter abkühlen lassen. Ein Berater des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Sergei Markov, hatte den nordeuropäischen Ländern bereits im Juni Russlandfeindlichkeit vorgeworfen und sie vor einem Beitritt in das westliche Militärbündnis gewarnt.

Schweden und Finnland sind bisher nicht Mitglieder der Nato, um den russischen Nachbarn nicht zu verärgern. Der neue finnische Ministerpräsident Alexander Stubb scheint darauf aber keine Rücksicht mehr nehmen zu wollen. Er hält eine Mitgliedschaft für wünschenswert und auf lange Sicht auch möglich. Die finnische Bevölkerung ist Umfragen zufolge allerdings mehrheitlich dagegen.

Der schnellen Eingreiftruppe der Nato (Nato Response Force) nun das Recht einzuräumen, in Finnland Übungen abzuhalten, ist da ein Kompromiss. Die Vereinbarung beinhaltet die Nutzung von Häfen und Flughäfen sowie des Land-, Luft- und Seeraums. Finnland werde die Logistik und die Verpflegung bereitstellen, sagte Haglund. Finnland verpflichte sich damit aber nicht, ausländischen Truppen ein dauerhaftes Stationierungsrecht einzuräumen oder ihren Transit generell zu akzeptieren. Auch Schwedens Verteidigungsministerin Enström äußerte sich entsprechend.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie ich schon im Frühjahr vorhergesagt habe, geht immer stärker die berechtigte Angst vor russischer Aggression und Annektion um.
    Unter dem Vorwand russische Bevölkerung zu schützen wird einmarschiert. Die Handlungsweise Heim ins Reich hinterlässt eine neue Denkweise bei vielen früher wohl gesonnenen Politikern. Man lernt aus Fehler. Leider werden es die Russen im Ausland schwerer haben.

    Schönen Tag noch.

  • Rasmussen gehört mit Bush und Blair vor das Haager Tribunal.

  • Wollen die USA einen Nato-Krieg mit Russland?

    Mit einer Nato öffnung Finnlands und Schweden spielt Washington Russisches Roulette.

    Außer einem kleinen Kreis von Militärexperten versteht im Westen kaum jemand, dass das US-Projekt zur Errichtung von Raketen Basen in Polen, der Tschechischen Republik, der Türkei und Bulgarien einen höchst provokativen Akt gegen die Existenz Russlands darstellt.

    Im Februar 2007 sprach der russische Präsident Wladimir Putin vor den Teilnehmern der alljährlich in München stattfindenden Internationalen Sicherheitskonferenz, der früheren Wehrkunde-Konferenz. Bei seiner in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Rede überraschte Putin viele westliche Vertreter:

    Das bedeutet, dass die NATO ihre Stoßkräfte immer dichter an unsere Staatsgrenzen heranbringt. … Ich denke, es ist offensichtlich, dass der Prozess der NATO-Erweiterung keinerlei Bezug zur Modernisierung der Allianz selbst oder zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa hat.

    Im Gegenteil, das ist ein provozierender Faktor, der das Niveau des gegenseitigen Vertrauens senkt. Nun haben wir das Recht, zu fragen: Gegen wen richtet sich diese Erweiterung? Und was ist aus jenen Versicherungen geworden, die uns die westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Vertrages gegeben haben? ( Keine NATO Ost-Erweiterung! )

    Das schwerste Vergehen der gleichgeschalteten West Propagandamedien gegen ihr Publikum ist denn auch der dauernde und fortgesetzte Friedensverrat, mit dem die Bevölkerung gegen Russland aufgehetzt und in den Krieg geführt wird.

    Die Journalisten stehen nicht in Studios, sondern hocken in geistigen Schützengräben und versprühen ihr Gift über das informationelle Schlachtfeld. Gegenüber ihren Lesern und Zuschauern (also ihren Kunden) empfinden sie nicht die geringste Verantwortung und haben keinerlei Skrupel, sie in einen tödlichen Krieg zu treiben. Menschenleben sind ihnen – anders als sie permanent glauben machen wollen – keinen Pfifferling wert.

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