Türkischer Angriff gegen die PKK
Schwere Kämpfe im Nordirak

In Laufe des Samstags haben sich die Kämpfe türkischer Soldaten gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK im Irak deutlich ausgeweitet. Im Zuge der Umstrittenen Aktion sind bereits mehr als 40 PKK-Kämpfer ums Leben gekommen.

HB ANKARA/NEW YORK/ERBIL. Bei der türkischen Militäroffensive gegen Lager der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK im Nordirak sind innerhalb von zwei Tagen mindestens 86 Menschen getötet worden. Wie der Generalstab in Ankara am Samstag mitteilte, kamen bei den bisherigen Kämpfen 79 PKK-Mitglieder und 7 Soldaten ums Leben. Viele Waffen und Verstecke der als Terrororganisation eingestuften PKK seien gefunden und zerstört worden. Der Nachrichtensender CNN-Türk berichtete unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise, die am Donnerstagabend begonnene Militäroperation solle etwa zwei Wochen dauern. Die PKK drohte nach Angaben arabischer Medien damit, „den Kampf in die Türkei hineinzutragen“.

Die massive Bodenoffensive wurde von der türkischen Luftwaffe unterstützt, die auch mutmaßliche PKK-Stellungen in den Kandil-Bergen angriff. An dem Einsatz sind nach unbestätigten türkischen Medienberichten mehr als 10 000 Soldaten beteiligt. Eine kurdische Einheit der irakischen Armee meldete Gefechte in der Umgebung der Stadt Sacho.

Die irakischen Kurden wollen sich aus den Kämpfen heraushalten. „Wir werden keine Kriegspartei sein im Kampf zwischen der Türkei und der PKK, nur wenn die Türken Bürger unseres Staates oder bewohnte Gebiete angreifen sollten, dann werden wir erbitterten Widerstand leisten, und darauf haben wir uns auch schon vorbereitet“, sagte der Präsident der nordirakischen Autonomieregion der Kurden, Massud Barsani.

Ein Sprecher der Autonomieregierung forderte, die türkischen Truppen sollten sich „sofort aus dem Irak zurückziehen“. Der US- Regierung warf er vor, sie habe Ankara grünes Licht für diesen „Angriff auf die irakische Souveränität“ gegeben. Aus Washington hieß es, die Türkei könne im Kampf gegen die PKK auf die Solidarität der USA zählen, solle bei ihrem Einsatz jedoch „präzise und schnell“ vorgehen.

Die türkische Armee rückte am Samstag weiter in den Irak vor. Türkische Medien berichteten, es gebe in mehreren Regionen schwere Schießereien mit PKK-Einheiten. Kampfhubschrauber und türkische Artillerie beschossen demnach Verstecke der kurdischen Kämpfer. Der Militäreinsatz verlaufe „wie geplant“, teilte die türkische Armee mit. Wo genau die Kämpfe stattfanden, wurde nicht mitgeteilt. Das Militär betonte, dass sich der Einsatz ausschließlich gegen die als Terrororganisation eingestufte PKK richte und zeitlich begrenzt sei.

Auch die Sicherheitskräfte der drei von den Kurden verwalteten Autonomieprovinzen des Nordiraks bestätigten, bisher hätten die Türken weder zivile Ziele noch Stellungen der irakischen Kurden- Kämpfer („Peschmerga“) angegriffen. „Wir sind nicht Teil dessen, was entlang der Grenze passiert, aber falls die türkische Armee zu den Kasernen der Peschmerga marschieren würde, dann würden wir sie zurückdrängen“, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Aswat al-Irak.

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