Türkischer Spitzenbanker
Türkei verurteilt Banker-Verhaftung in USA

Die USA haben eine hochrangige Führungskraft der türkischen staatseigenen Halkbank wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen festgenommen. Die türkische Regierung hält dies für rein politisch motiviert.
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AnkaraDie türkische Regierung reagiert mit scharfen Vorwürfen auf die Verhaftung eines heimischen Spitzenbankers in den USA. Justizminister Bekir Bozdag sprach am Donnerstag von einem „komplett politisch“ motivierten Vorgehen. „Es zielt darauf ab, den türkischen Staat, die Regierung und den Präsidenten zu beschmutzen“, sagte er dem Sender A Haber.

Der Streit dreht sich um eine hochrangige Führungskraft der staatseigenen türkischen Halkbank. Der Manager wurde jüngst von den US-Behörden verhaftet wegen angeblicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen. Ihm wird vorgeworfen, gemeinsam mit einem türkisch-iranischen Goldhändler im Auftrag des Iran illegale Transaktionen in Höhe von Hunderten Millionen Dollar über die Bühne gebracht zu haben. Der Goldhändler wurde bereits vor einem Jahr in Miami verhaftet. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte den US-Behörden in diesem Zusammenhang „Hintergedanken“ vorgehalten.

Der Streit überschattete einen Türkei-Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson, bei dem dieser am Donnerstag unter anderem mit Erdogan sprach. Zentrales Anliegen ist der Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS. Doch zwischen den beiden Nato-Verbündeten gibt es Spannungen, weil die USA zur Kooperation mit der Kurdenmiliz YPG bereit sind, die von der Regierung in Ankara als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK betrachtet wird. Außerdem stößt sich die Türkei daran, dass die USA den Prediger Fethullah Gülen nicht ausliefern. Dieser wird von Erdogan als Drahtzieher des Putschversuchs im vergangenen Jahr bezeichnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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