Über 80 Tote
Blutige Anschlagsserie reißt nicht ab

Im Irak sind bei neuen Attentaten am Wochenende mehr als 80 Menschen getötet worden. Beim schwersten Anschlag riss ein Selbstmordattentäter in der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela am Samstag mindestens 40 Menschen in den Tod. Beim Zusammenstoß zweier britischer Militärhubschrauber gab es am Sonntag zwei Tote und einen schwer Verletzten.

HB BAGDAD. Bei einem Bombenanschlag in der schiitischen Pilgerstadt Kerbela starben am Samstag nach Polizeiangaben 40 Menschen. 160 weitere Menschen wurden verletzt, als ein Sprengsatz neben Straßenverkaufsständen vor einem Busbahnhof explodierte. Unter den Opfern waren zahlreiche Kinder, deren verkohlte Leichen von entsetzten Passanten geborgen wurden. Am Sonntag kamen bei Sprengstoffanschlägen in Bagdad 24 Menschen ums Leben, 55 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Einer der Sprengsätze explodierte in dem vorwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Kadhimija in einem Bus. Dabei starben sechs Menschen.

Ein irakischer Militärsprecher erklärte am Sonntag, in den zwei Monaten seit Beginn des neuen Sicherheitsplans in Bagdad Mitte Februar seien in der Hauptstadt 1041 Menschen getötet geworden. 225 der Opfer seien unidentifizierte Leichen, die von der Polizei entdeckt wurden. 107 Tote stammten aus den Reihen der irakischen Armee und Polizei. Zu den Toten gehörten auch 188 mutmaßliche Extremisten, die von den Sicherheitskräften getötet wurden. Nach Angaben des Sprechers wurden innerhalb der zwei Monate 95 Entführungsopfer befreit.

Zwei britische Soldaten starben am Sonntag beim Absturz zweier Militärhubschraubern in Tadschi nördlich von Bagdad. Verteidigungsminister Des Browne erklärte, ein dritter Soldat sei lebensgefährlich verletzt worden. Das britische Militärkommando in Basra meldete derweil, britische Soldaten hätten bereits am Freitag acht Männer getötet, die versucht hätten, westlich von Basra Sprengsätze an einer Straße zu platzieren. Die US-Armee erschoss laut Polizei einen weiteren Bombenleger, der versucht hatte, einen Sprengsatz an einer Hauptstraße in der 100 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt Hilla zu verstecken. Fünf mutmaßliche Extremisten wurden laut US-Armee bei einer Razzia gegen die Miliz des schiitischen Predigers Muktada al-Sadr in Basra erschossen.

Am Samstag sprengte sich im Süden von Bagdad erneut ein Selbstmordattentäter auf einer Brücke in die Luft. Der Attentäter riss auf der Dschadirija-Brücke laut Augenzeugen mindestens zehn Menschen mit in den Tod, 15 weitere wurden verletzt. Die Brücke wurde leicht beschädigt. Zwei Tage zuvor hatte ein Selbstmordattentäter eine Tigris-Brücke in Bagdad zerstört und dabei ebenfalls zehn Iraker getötet. Bei einem Selbstmordattentat an einer Straßensperre der Armee in Baidschi nördlich von Bagdad starben am Samstag vier irakische Soldaten. Unbekannte erschossen in Mahmudija nach Polizeiangaben südlich von Bagdad einen schiitischen Prediger in seinem Auto.

Der Sprengsatz in Kerbela explodierte rund 200 Meter entfernt von der Grabmoschee Husseins, des im Jahr 680 in einer Schlacht gefallenen Enkels des Propheten Mohammed. Die Moschee ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte für schiitische Muslime aus aller Welt. Nach dem Anschlag demonstrierten Hunderte wütender Menschen in Kerbela gegen die Regierung. Sie forderten den Rücktritt des Gouverneurs und des Stadtrates. Einige von ihnen zündeten Polizeiwagen an und warfen Steine auf Gebäude der Provinzverwaltung.

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