Ukraine
Notenbank in Kiew fürchtet Sturm auf die Banken

Die Wut des ukrainischen Volkes scheint Wirkung zu zeigen. Das Abkommen mit der EU ist wieder im Gespräch. Doch die Opposition will einen Regierungswechsel. Notenbanker fürchten derweil einen Bankenrun.
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Kiew/BerlinDie Proteste gegen die Regierung der früheren Sowjetrepublik Ukraine reißen nicht ab. In der Hauptstadt Kiew verbrachten mehrere tausend Oppositionsanhänger trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt die Nacht zum Dienstag in Zelten auf dem zentralen Unabhängigkeitsplatz (Maidan). Sie kündigten eine erneute Blockade des Regierungsviertels an. Ausgenommen werden soll das Parlament, auf dessen Programm die mögliche Abwahl von Ministerpräsident Nikolai Asarow steht. Der Oppositionspolitiker und Boxweltmeister Vitali Klitschko zeigten sich optimistisch, dass die Regierungsgegner genug Stimmen dafür zusammenbekommen werden.

Die inhaftierte Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko rief die Europäische Union zur Unterstützung der Opposition in der Ukraine auf. Der Westen dürfe die „autoritäre Politik“ von Präsident Viktor Janukowitsch nicht dulden, zitierte ihre Tochter Jewgenija Timoschenko aus einer Botschaft. Ihrer Mutter gehe es trotz eines bereits achttägigen Hungerstreiks gut, sagte sie in einer Mitteilung von Timoschenkos Vaterlandspartei. Die Oppositionspolitikerin protestiert mit der Nahrungsverweigerung dagegen, dass die Führung um Janukowitsch ein Assoziierungsabkommen mit der EU auf Eis gelegt hat.

Hunderttausende Menschen hatten auch am Montag in Kiew den Rücktritt von Asarow und Janukowitsch sowie einen Westkurs ihres Landes gefordert. Die Wut der pro-europäischen Ukrainer hatte sich aufgestaut, seit Janukowitsch vor gut zehn Tagen auf Druck aus Russland ein lange geplantes Assoziierungsabkommen mit der EU gestoppt hatte. Seitdem gibt es Massenproteste gegen Janukowitsch und für die Fortsetzung der Annäherung an die EU. Am Sonntag hatten sich trotz eines Demonstrationsverbots für die Innenstadt mehr als 100.000 Menschen auf dem Unabhängigkeitsplatz versammelt.

Mit Blick auf die politischen Turbulenzen sucht die Notenbank der Ukraine einen Ansturm auf die Geldhäuser zu verhindern. Die Bürger sollten auf das Bankensystem vertrauen und ihre Konten nicht räumen, mahnte die Zentralbank am Montag.

Kommentare zu " Ukraine: Notenbank in Kiew fürchtet Sturm auf die Banken"

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  • Der Westen und die USA wollen an die Kornkammer Ukraine um sie endlich plündern zu können und die Regierung wehrt sich dagegen was dem Westen und ihrer installierten, inhaftierten Juliachen nicht gefällt. Nun wird die Gallionsfigur Vitali zu ihrem Ersatz/Verbündeten.

  • Westliche Demagogen mit der Box-Birne, Klitschko, als Schaufelbagger gegen den gewählten Staat, müssen doch die Ukraine mit ihrem Terrorismus endlich zu Fall bringen.
    USA benötigt neue Raketenstandorte gegen den Iran, meinen aber Russland.
    Ein Aufgabengebiet für die neue SED-Führung unter Erika.

  • Die inhaftierte Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko rief die Europäische Union zur Unterstützung der Opposition in der Ukraine auf. Der Westen dürfe die „autoritäre Politik“ von Präsident Viktor Janukowitsch nicht dulden, zitierte ihre Tochter Jewgenija Timoschenko aus einer Botschaft.

    Ich sehe es so, wäre es wirklich ein autoritäres Regime, wären keine Demonstranten mehr auf der Strasse, sie würde man wohl eher auf dem Friedhof oder im Gefängnis finden!

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