Ukraine
Schlicht und einfach Krieg. Mitten in Europa.

Russlandtreue Separatisten wollen 100.000 Kämpfer mobilisieren. Junge Ukrainer dürfen das Land nicht mehr verlassen, weil sie eingezogen werden. Der Osten der Ukraine brennt und Europa ist ratlos. Eine Analyse.
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StockholmUS-Raketen für die Ukraine? Tatsächlich erwägen die USA, der Ukraine Waffen zur Verteidigung gegen die von Russland unterstützten Separatisten im Osten des Landes zur Verfügung zu stellen. Zwar kam heute die Botschaft aus dem Weißen Haus: „In der nahen Zukunft“ würde Amerika noch keine Waffen liefern. Doch einen Bericht der „New York Times“, nach dem die USA konkret über Lieferungen nachdenken, wies der Sicherheitsberater von Präsident Barack Obama, Ben Rhodes, nicht direkt zurück.

US-Präsident Barack Obama habe seine Berater angewiesen, laufend „alle Optionen“ zu prüfen, heißt es. Sollte es tatsächlich zu einer solchen Entscheidung kommen, wäre damit eine weitere, noch gefährlichere Eskalationsstufe in diesem seit fast einem Jahr herrschenden Krieg erreicht.

Es ist wahr: Die diplomatischen Bemühungen haben trotz unermüdlicher Versuche bislang zu überhaupt keinem Erfolg geführt. Auch die Wirtschaftssanktionen des Westens gegen die Eskalationspolitik des Kremls fruchten bislang nicht. Im Gegenteil: Die Kämpfe in der Ostukraine sind in den vergangenen Tagen erneut eskaliert.


Die Gefechte um den Verkehrsknotenpunkt Debalzewo haben eine Gewaltstufe erreicht, die den Begriff Konflikt als zynisch erscheinen lässt. Es herrscht schlicht und einfach Krieg. Mitten in Europa. Allein seit dem Wochenende kamen in der Region rund 50 Menschen ums Leben, darunter wieder viele Zivilisten. Und die ukrainische Armee ist auf dem Rückzug, die Übermacht russischer Kämpfer und Waffen ist einfach zu groß.

Die von Russland mit modernem Kriegsgerät unterstützten Separatisten haben zudem angekündigt, schon in der kommenden Woche bis zu 100.000 Kämpfer mobilisieren zu wollen. Die Zahl ist sicherlich übertrieben, doch die Ansage zeigt auch, wie kompromisslos sich die Rebellen geben. Und sie können sich diese Übertreibungen leisten, denn für Nachschub ist stets gesorgt.

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Neue Eskalationsstufe

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„Eine Nato-Legion“

Kommentare zu " Ukraine: Schlicht und einfach Krieg. Mitten in Europa."

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  • dabei wäre die Lösung so einfach. bewaffnete Blauhelmtruppen zwischen die beiden Streithähne.

    Oder noch einfacher alle dschihadisten einfach dazwischen setzen :-)

  • Das ist genauso schlimm wie nicht neu: Auf dem Balkan war es vor 20 Jahren auch Realität

  • Ben Rhodes, ist das der Nachkomme des Milliardärs Cecil Rhodes, der sich einst ganze Staaten kaufte?

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