Umstrittene Kandidatin der Kongresspartei gewinnt Wahl
Indien bekommt erstmals eine Staatspräsidentin

Der Geist eines Sektenführers hat es angeblich schon vorher gewusst. Pratibha Patil wird neue Staatspräsidentin von Indien. Die 72-jährige ist die erste Frau in diesem Amt. Problem: Ihr werden Unregelmäßigkeiten vorgeworfen.

HB NEU DEHLI. Patil von der regierenden Kongresspartei bekam bei der Wahl vom Donnerstag doppelt so viele Stimmen wie ihr Gegner Bhairon Singh Shekhawat (84) von der hindu-nationalistischen BJP, berichtete die indische Presseagentur PTI. Aufgerufen waren die Volksvertreter aus den Landesparlamenten und dem Bundesparlament des 1,1-Milliarden- Volkes. Patil, bisher Gouverneurin des Bundesstaats Rajasthan, ist sehr umstritten. Ihr werden Unregelmäßigkeiten aus ihrer Vergangenheit vorgeworfen.

1973 gründete die aus dem Bundesstaat Maharashtra stammende Rechtsanwältin eine Genossenschaftsbank, die Frauen aus der Armut helfen sollte. Der Vorstand bedachte Patils Verwandte laut Gewerkschaftsangaben großzügig mit Krediten. Mehr als 400 000 Euro wurden angeblich nie zurückgezahlt. Auch soll Patil mit dem Geist eines Sektenführers gesprochen haben. Dieser habe ihr gesagt, dass sie bald eine verantwortungsvolle Position bekleiden würde, meinte die Kongress-Politikerin freimütig.

Sie übernimmt das Präsidentamt von APJ Abdul Kalam, dessen fünfjährige Amtszeit zu Ende geht. Patil soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch (25. Juli) vereidigt werden. Das Präsidentenamt in Indien ist weitgehend zeremoniell, doch das Staatsoberhaupt gilt als Hüter der Verfassung, das unbelastet in das Amt gehen sollte. Der Präsident ist auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

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