Umweltminister warnt
Klimagipfel bisher „ohne jeden Erfolg“

Es tut sich wenig auf dem Klimagipfel in Doha. Dabei waren die Erwartungen an das Treffen vergleichsweise hoch. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) fällt daher ein vernichtendes Urteil.
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DohaZur Halbzeit des zweiwöchigen Weltklimagipfels in Doha hat Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) ein vernichtendes Fazit gezogen. „Seit Tagen wird in Doha über die Rettung des Weltklimas verhandelt, bislang ohne jeden Erfolg“, schrieb der Minister in einem Kommentar für die „Bild am Sonntag“. Vertreter von Greenpeace und BUND forderten den Minister auf, sein politisches Gewicht für eine Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgase in die Waagschale zu werfen.

Ann-Kathrin Schneider, als Beobachterin für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Doha, erklärte am Sonntag: „Bisher wartet jeder darauf, dass der andere sich bewegt. Wenn das so weitergeht, scheitert die Konferenz.“

Laut Martin Kaiser, der für Greenpeace Deutschland in Doha die Konferenz verfolgt, ist die EU vom internen Streit mit Polen um die Ausgestaltung des Kyoto-Folgeabkommens völlig gelähmt. „In der kommenden Woche muss die Regierung Merkel Farbe beim Klimaschutz bekennen und die Führungsrolle Europas zurückgewinnen“, forderte der Greenpeace-Vertreter.

In Katar selbst nimmt die Umweltbewegung Fahrt auf: Erstmals in der Geschichte der einflussreichen Golfmonarchie versammelten sich am Samstag in den Straßen Dohas junge Araber, die ihre Politiker zu mehr Anstrengung im Klimaschutz drängen. Am Rande der UN-Klimakonferenz verlangten sie von ihren Regierungen, die klimaschädlichen CO2-Emissionen verbindlich zu senken.

Altmaier mahnte, dass die vereinbarten Ziele nur zu schaffen seien, wenn Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer gemeinsam „aufwachen und handeln“. Europa und Deutschland müssten dabei führen. Dazu gehöre unbedingt, den Emissionshandel zu stärken und das Ziel durchzusetzen, europaweit 30 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen.

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  • Die Teilnahme D ist überflüssig, denn bereits 1988 beschrieben Wissenschaftler im Auftrag der EU detailliert, dass herkömmlicher Strom aus Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerken im Grunde viel zu günstig sei, weil man die Schäden auf den Preis draufschlagen und somit herkömmlicher Strom fast um ein Drittel teurer sein müsste. Für das Bundeswirtschaftsministerium hieß es 1992 in einer Expertise des Prognos-Instituts „Die Energiekonsumenten von heute leben auf Kosten künftiger Generationen“. Wir blicken in diesem Punkt auf 2 Jahrzehnte Stillstand zurück, da weder die Schäden und Kosten der Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung usw. bei den konventionellen Energien eingepreist werden, noch erhalten die Erneuerbaren Energien Gutschriften für vermiedene Schäden. Während die erneuerbaren Energien für preiswerte Energie an den Börsen sorgen, vergeht fast kein Tag an dem nicht der Bürger zu neuen Zahlungen verpflichtet wird. Hoher Strom Verbrauch und damit viel Umweltverschmutzung, wird mit niedrigen Energiepreisen belohnt. So kann es sein, dass Firmen in Effizienz investieren, weniger brauchen und dafür mehr bezahlen müssen.
    D hat bisher im Bemühen um Energieeffizienz (20-20-20 Ziel der EU) mit dem meisten Geld und den besten technischen Möglichkeiten aber dem größten Desinteresse daran den letzten Platz in Europa belegt.
    Mittlerweile wurde das Energieeinsparziel auf 15% reduziert. Claude Turmes Berichterstatter des EU-Parlaments sagte "Doch die Blockadehaltung einiger EU-Regierungen, allen voran Deutschland und Großbritannien, haben leider ehrgeizigere Maßnahmen verhindert."

  • Sehr interessant ist in dem Artikel, dass der BMU Altmaier verzweifelt nach anderen Staaten sucht die Deutschland in ein "Erneuerbare Energien" Desaster begleiten.

    In der Realität haben die knapperen Staatsfinanzen dazu geführt das die Altindustriestaaten ihre Subventionen für "Erneuerbare Energien" gekürzt haben. Länder wie Spanien und Italien haben die Ökosubventionen quantitativ begrenzt. Die CSR hat angekündigt die Subventionen für solche bis 2014 zu streichen. In den USA stehen die Ökoenergiesubventionen oben auf der Streichliste des Kongresses. Mal sehen wieviel Obama diese Subventionen wert sind.

    Das Kyoto Protokoll läuft langsam aus und einige Staaten werden dies nicht verlängern. Damit entfallen die CDM (Klimasündenablasszertifikate) auf deren Basis Windmühlen und Solarzellen in Ländern wie China und Indien errichtet wurden.

    Insofern kann man die Verzweifelung des Ökologen Altmaier verstehen.

    Vandale

  • Gem. den Visionen der Ökoreligion ist eine Stromerzeugung nur dann religiös korrekt wenn diese mit mittelalterlichen Energiequellen wie Wind, der Verbrennung von Lebensmitteln, oder der Sonne erfolgt. Das ist in der Wirklichkeit nun mal extrem suboptimal.

    Röttgen hatte die Realität völlig ausgeblendet, oder weggelächelt. Mittlerweile sind jedoch zahlreiche brennende Herausforderungen aufgetaucht die sich schlecht kommunikativ wegreden lassen. Denken Sie an den Anschluss umweltschädlicher Meereswindmühlen, der notwendige Netzausbau, die Notwendigkeit die Kapazitätsbereitstellung zu vergüten, die Notwendigkeit Pumpspeicherkraftwerke künftig höher zu vergüten.

    Vandale

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