Umweltschutz
Luftverschmutzung kostet die EU Milliarden

Die Luftverschmutzung kommt die EU teuer zu stehen. Die jährlichen Schäden belaufen sich laut Experten auf bis zu 189 Milliarden Euro. Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt Finnlands.
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BrüsselDie Luftverschmutzung verursacht in der Europäischen Union nach Expertenschätzung jährlich Schäden in dreistelliger Milliardenhöhe. 2012 beliefen sich die Kosten, die etwa durch höhere Gesundheitsausgaben, ausgefallene Arbeitstage, Gebäudeschäden und Ernteausfälle verursacht wurden, nach Angaben der Europäischen Umweltagentur vom Dienstag auf bis zu 189 Milliarden Euro.

Das entspricht dem Bruttoinlandsprodukt Finnlands. Zu den größten Luftverschmutzern gehören der Umweltagentur zufolge Kohlekraftwerke in Deutschland und Osteuropa. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Gesetz, um den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 weiter zu reduzieren. Das dürfte auch Kapazitätsverringerungen bei Kohlekraftwerken zur Folge haben.

Günstigstenfalls seien 2012 Kosten von 59 Milliarden Euro entstanden, erklärte die Behörde. Lege man andere Bewertungsmaßstäbe zugrunde, beliefen sich die Schäden auf 189 Milliarden Euro. Das sei ein Rückgang gegenüber 2008, als noch Kosten zwischen 79 Milliarden und 251 Milliarden Euro entstanden seien.

Dieser sei auf die strengeren EU-Umweltgesetze und die Wirtschaftskrise zurückzuführen. Die große Herausforderung bestehe darin, diesen Trend sinkender Emissionen auch in Zeiten von Wirtschaftswachstum beizubehalten.

Ende vergangenen Jahres hatte die EU-Kommission Vorschläge zur Verringerung der Schadstoff-Emissionen in Industrie und Verkehr vorgelegt. Die seit Anfang November amtierende neue EU-Kommission erwägt allerdings nach Reuters-Informationen Änderungen am Entwurf der neuen Luftqualitäts-Richtlinie bis hin zum Verzicht darauf.

Einige Industriezweige führen an, durch eine Verschärfung der Klimaschutzvorschriften verlören sie ihre Wettbewerbsfähigkeit und würden praktisch gezwungen, Produktionen aus Europa zu verlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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