UN hat vermittelt
Waffenruhe in Kinshasa vereinbart

In der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa ist am späten Dienstagabend ein Waffenruhe-Abkommen in Kraft getreten. Die UN hat nach eigenen Angaben zwischen den seit Tagen kämpfenden Anhängern der beiden Hauptrivalen um die Präsidentschaft des Kongo vermittelt.

HB KINSHASA. Wie die Vertreter der Vereinten Nationen erklärten, trafen am Dienstag auf ihre Initiative hin Soldaten des amtierenden Präsidenten Joseph Kabila sowie Getreue des Vize-Präsidenten Jean-Pierre Bemba zusammen. Nach Angaben aus UN-Kreisen stimmten beide Seiten einem Rückzug sowie einem Ende der Gefechte in der Hauptstadt Kinshasa zu. Zudem hätten beide Seiten Gespräche vereinbart, sagte ein mit der Situation vertrauter UN-Mitarbeiter weiter.

Kabila habe um 18 Uhr zugestimmt, seine Truppen in die Kasernen zurückzubeordern, sagte der Sprecher der EU-Truppe (Eufor) im Kongo, Oberstleutnant Peter Fuss, der Nachrichtenagentur Reuters. „Es ist jetzt absolut ruhig in der Stadt.“ Zuvor hatte die EU-Truppe auf Grund der anhaltenden Gefechte ihre Kräfte verstärkt: Am Dienstag trafen 131 deutsche Fallschirmjäger neu in Kinshasa ein. Fuss betonte, dass die zur Verstärkung aus Gabun eingeflogenen 130 Bundeswehr-Soldaten ein starkes Signal gesetzt hätten.

Die UN-Friedenssoldaten seien gemeinsam mit Mitgliedern von Kabilas Präsidentengarde sowie Kämpfern Bembas durch Kinshasa patrouilliert, sagte ein mit der Situation vertrauter UN-Mitarbeiter. Die Bewaffneten aller Parteien seien aufgefordert worden, nach Hause zu gehen. Fuss bestätigte, dass Soldaten der Eufor und der UN-Friedenstruppe Monuc auf Kontrollfahrten in der Stadt unterwegs seien.

Zuvor war es am Dienstag den dritten Tag in Folge zu Gefechten zwischen Anhängern Kabilas und des früheren Rebellenchefs Bemba gekommen. Die beiden Politiker hatten bei der Wahl vom 30. Juli die meisten Stimmen erhalten, die notwendige Mehrheit jedoch jeweils verfehlt. Kabila und Bemba sollen nun in einer Stichwahl gegeneinander antreten, als Termin für den Wahlgang wurde der 29. Oktober angesetzt.

Der oberste UN-Vertreter im Kongo, William Swing, will die Bewohner Kinshasas laut Fuss dazu auffordern, am Mittwoch wieder normal ihren Alltagsgeschäften nachzugehen. „Wenn das gelingt, haben wir wirklich etwas geleistet - Monuc, die Politik, und wir“, sagte der Eufor-Sprecher.

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