UN setzt Iran eine Frist
Ahmadinedschad weiht Atom-Projekt ein

Inmitten des Streits um sein Atomprogramm treibt der Iran ein neues Projekt voran, das am Ende auch beim Bau von Atom-Waffen eine Rolle spielen kann. Präsident Mahmud Ahmadinedschad weihte am Samstag nahe der Ortschaft Arak einen Teil des dortigen Schwerwasser-Atomreaktors ein.

HB ARAK. Ein Sprecher des Außenministeriums wurde im staatlichen Fernsehen mit den Worten zitiert, dies sei ein „großer Schritt vorwärts dabei, von dem Recht des Irans gebrauch zu machen, die Nuklear-Technologie für friedliche Zwecke zu nutzen“.

Ein Mitarbeiter des iranischen Atomprogramms hatte jüngst bereits angekündigt, das Projekt werde in eine neue Phase treten. Damit sei aber nicht das Anfahren des Reaktors gemeint. Beim Betrieb der Anlage würde Plutonium als Nebenprodukt anfallen, das für atomare Sprengköpfe genutzt werden kann. Der Iran baut seit längerem an dem Reaktor 190 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Teheran. Ein Mitarbeiter des Atomprogramms hatte erklärt, da die Schwerwasser-Nutzung als solche keine militärische Bedeutung habe, sei auch keine automatische Überprüfung der Internationalen Atomenergiebehörde erforderlich. Ein westlicher Diplomat hatte diese Darstellung bestätigt, aber erklärt, die Ankündigung über einen Fortschritt des Projekts sei wegen des Streits um das iranische Atomprogramm wenig konstruktiv.

Der UN-Sicherheitsrat hat dem Iran eine Frist bis zum 31. August gesetzt, die Urananreicherung auszusetzen. Vor wenigen Tagen hatte der Iran eine Antwort auf ein internationales Anreizpaket gegeben, mit dem das Land zur Aussetzung der Anreicherung bewegt werden sollte. In der Antwort ist aber offenbar kein Einlenken in der Kernfrage zu erkennen. Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel seines Atomprogramms heimlich Nuklearwaffen zu bauen. Die Regierung in Teheran weist dies zurück und beharrt darauf, ein Recht zur zivilen Nutzung der Atomenergie zu haben.

Der stellvertretende iranische Parlamentspräsident Mohammed Resa Bahonar warnte den Westen indes davor, Druck aufzubauen. „Seit besorgt vor dem Tag, an dem das iranische Volk auf die Straße geht und bei Protesten die Regierung zum Bau von Atomwaffen auffordert, um sich gegen die Bedrohung zu wehren“, wurde er am Samstag in der iranischen Zeitung „Sharq“ zitiert.

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