Ungarns Premier Orban
Kritik von Soros gleicht „Kriegserklärung“

Der Konflikt zwischen Ungarns Ministerpräsident Orban und dem US-Investor Soros verschärft sich weiter. Nach erneuter Kritik des Milliardärs holt der ungarische Premier zum Rundumschlag aus.
  • 0

BudapestMinisterpräsident Viktor Orban hat Vorwürfe des US-Starinvestors George Soros gegen Ungarn als „Kriegserklärung“ bezeichnet. Der Milliardär finanziere „agentenähnliche Netzwerke“ von Nichtregierungsorganisationen zur Umsetzung seines politischen Programms in Ungarn und Europa, sagte Orban am Freitag. Soros' Politik sei „elitär und antidemokratisch“, weil das ungarische Volk sie ablehne. Soros' Organisationen seien undurchsichtig und arbeiteten „wie eine Mafia“.

Orban reagierte im staatlichen Radio auf eine Rede, die Soros am Donnerstag in Brüssel gehalten hatte. Darin beschuldigte er Orban, Ungarn in einen korrupten „Mafiastaat“ verwandelt zu haben.

Der Ministerpräsident bezeichnete Soros als „Finanzspekulanten“, der hohe Summen verdient habe, während viele in die Armut abgerutscht seien. Von Soros unterstützte Organisationen setzten einen angeblichen Plan des Milliardärs um, jährlich eine Million Migranten nach Europa zu bringen, sagte Orban. Doch die ungarische Regierung verteidige die Grenzen und baue Zäune, und Soros' Plan könne unter diesen Umständen nicht umgesetzt werden, so der Politiker.

Der Konflikt zwischen Orban und Soros hat sich in den vergangenen Monaten verschärft, nachdem das Parlament Gesetzesänderungen zugestimmt hatte, welche die von Soros gegründete Mitteleuropäische Universität zwingen könnten, Budapest zu verlassen. Die Universität hat erklärt, in Ungarn bleiben zu wollen. Soros ist dort im Jahr 1930 geboren worden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ungarns Premier Orban: Kritik von Soros gleicht „Kriegserklärung“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%