Unruhen in Frankreich
Demonstranten stellen Regierung Ultimatum

Bei den erneuten Massenprotesten in Frankreich haben die Anführer von Gewerkschaften und Studenten der Regierung ein Ultimatum zum Verzicht auf die geplante Arbeitsmarktreform gestellt.

HB PARIS. Die Organisationen gaben Chirac und Premierminister Dominique de Villepin nach der dritten nationalen Protestwelle am Samstag „die volle Verantwortung für die sozialen Spannungen“ im Land. Sie wollen am Montag über ihr weiteres Vorgehen beraten. „Natürlich ist das wie ein Ultimatum an die Regierung“, sagte René Valadon von der Gewerkschaft CFTC.

Hunderttausende hatten am Samstag gegen Villepin und seine Reform demonstriert. Nach der Zählung der Gewerkschaft CGT gingen 1,5 Millionen Menschen auf die Straße, in Paris allein 350 000. Das Innenministerium zählte dagegen 503 600 Demonstranten, 80 000 in der Hauptstadt. Bei den letzten Kundgebungen am 7. März hatte die Polizei 400 000 gezählt.

In einer Reihe von Städten kam es zu Zwischenfällen, vor allem erneut in der Hauptstadt Paris. Nach dem Ende der friedlichen Demonstration kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Krawallmachern. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Insgesamt seien 166 Randalierer festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Verletzt worden seien 7 Polizisten sowie 17 Demonstranten. Schaufensterscheiben gingen im Südosten der Stadt zu Bruch, Autos in Flammen auf und Randalierer bauten Barrikaden. Die letzten Demonstranten verließen gegen Mitternacht das Universitätsviertel.

In mehreren Städten blockierten Demonstranten zeitweise Bahnhöfe. So griff in Nancy die Bereitschaftspolizei CRS ein, um die von Demonstranten blockierten Gleise zu räumen. Von 200 Demonstranten mit Flaschen und Steinen beworfen, setzte die Polizei in Lille Tränengas ein

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