Unterstützung aus Frankreich
Ackermann fordert Notplan für Europa

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat einen europäischen Notfallplan für die Finanzwirtschaft nach US-Vorbild vorgeschlagen. Unterstützung erhält er aus Paris: Auch Frankreich will einen EU-Notfonds einrichten. Deutschland steht solchen Plänen skeptisch gegenüber.

DÜSSELDORF. Die deutsche Kreditwirtschaft drängt angesichts der Finanzkrise auf ein europäisches Rettungspaket für die Banken nach dem Vorbild der USA. „Wenn die USA ein solches Paket verabschieden, sollte Europa bereit sein, vergleichbare Lösungen zu finden“, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in Frankfurt. Es gebe zwar keinen unmittelbaren Bedarf, „doch solche Pläne müssen in der Schublade sein, um im Fall der Fälle gewappnet zu sein“, ergänzte der Vorstandsvorsitzende der führenden deutschen Bank.

Auch im Lager der öffentlich-rechtlichen Banken werden die Stimmen lauter, die entsprechende Vorsorge auf europäischer Ebene fordern. „Es gibt keinen akuten Notfall, aber wir brauchen klare Regeln und Ablaufpläne in Europa, wenn sich die Finanzkrise weiter verschärfen sollte“, sagte ein Insider. „Die Krise hat eine europäische Dimension erreicht, für die wir auf dieser Ebene entsprechende Antworten vorbereiten müssen“, hieß es in Berliner Finanzkreisen.

Frankreich unterstützt diese Forderung, die in Berlin bislang aber auf wenig Gegenliebe stößt. Die Vorsitzende des EU-Finanzministerrats, Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde, schlug in einem Interview mit dem Handelsblatt die Schaffung eines EU-Notfonds vor, der bei einer Bankenschieflage eingreifen soll. Lagarde: „Was geschieht, wenn ein kleinerer EU-Staat von einer drohenden Bankenpleite betroffen ist? Vielleicht hat dieser Staat nicht die Mittel, um das Institut zu retten. Daher stellt sich die Frage nach einer europäischen Auffanglösung“, sagte Lagarde. Die zwischenzeitlich von der Nachrichtenagentur Reuters vermeldete Summe von 300 Mrd. Euro hat Lagarde inzwischen dementiert.

Flankenschutz gab auch der Internationale Währungsfonds (IWF). Der geschäftsführende Direktor, Dominique Strauss-Kahn, forderte die europäischen Staaten dazu auf, sich mit einem gemeinsamen Plan auf eine Ausweitung der Bankenkrise vorzubereiten. In einem Interview mit Reuters sagte er, frühes Handeln sei wichtig, denn wegen der EU-Regeln sei Krisenmanagement in Europa schwieriger als in den USA.

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