Uribe wegen Betancourt unter Druck
40 tote Rebellen in Kolumbien

Bei Kämpfen in mehreren Landesteilen haben die kolumbianischen Streitkräfte nach eigenen Angaben am Wochenende mindestens 40 linke Rebellen getötet. Am Samstag seien zwölf Mitglieder der „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC) und des „Nationalen Befreiungsheeres“ (ELN) erschossen worden und am Sonntag weitere 28, sagten Sprecher.

HB/dpa BOGOTA. 13 Guerilleros hätten sich ergeben. Unabhängige Angaben wurden nicht bekannt. Unterdessen stand der konservative Präsident Alvaro Uribe nach der Veröffentlichung eines Videos der von den FARC vor eineinhalb Jahren entführten Politikerin Ingrid Betancourt unter Druck.

Die frühere Präsidentschaftskandidatin hatte in der 23 Minuten langen Aufnahme den von den Rebellen geforderten Austausch entführter Zivilisten gegen inhaftierte Rebellen abgelehnt. Stattdessen sprach sie sich für gewaltsame Befreiungsversuche durch das Militär aus und forderte eine entsprechende politische Entscheidung von Uribe. In der Vergangenheit waren solche Befreiungsversuche jedoch wiederholt fehl geschlagen und die FARC hatten mehrere Geiseln, darunter hohe Politiker, erschossen. Uribe mahnte in einer ersten Reaktion auf das Video zur „Vorsicht“ und ordnete die Analyse des Bandes an.

Die kolumbianische Presse berichtete, die FARC und Vertreter der Vereinten Nationen (UN) planten ein Treffen in Brasilien. Dabei wollten die Rebellen ihre Sicht des Konflikts darlegen. An dem Treffen, für das es noch keinen genauen Termin gebe, werde der Amerikaner James Lemoyne, UN-Sondergesandter für Kolumbien, und der FARC-Kommandant Raúl Reyes teilnehmen. Die Rebellen bekämpfen den Staat seit fast 40 Jahren und finanzieren sich ebenso wie die ultrarechten Paramilitärs zu einem erheblichen Teil durch die Erpressung von Lösegeldern und den Drogenhandel.

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