US-Atomwaffenpolitik
Sicherheitsexperten zweifeln Trumps Aufrüstungspläne an

US-Präsident Donald Trump plant, Amerikas Atomwaffenarsenal auszubauen. Amerika drohe auf diesem Gebiet zurückzufallen, müsse jedoch immer die führende Atommacht sein. Experten sind skeptisch.
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WashingtonMehrere Experten haben sich skeptisch zur Darstellung von US-Präsident Donald Trump geäußert, das amerikanische Militär drohe mit dem bestehenden Atomwaffenarsenal ins Hintertreffen zu geraten. Sie sprachen am Freitag von einer technologischen Überlegenheit der US-Trägersysteme, die allein schon die größere Zahl von einzelnen Gefechtsköpfen auf russischer Seite mehr als ausgleiche. „Hinter wem zurückfallen und wie?“ fragte der ehemalige Herausgeber der Fachzeitschrift „Bulletin of the Atomic Scientists“, Stephen Schwartz. Das sei ihm und vielen seiner Kollegen nicht klar. Hans Kristensen von der Federation of American Scientists sagte, Trump müssten offenbar noch die Kapazitäten der US-Nuklearstreitkräfte erklärt werden.

Trump hatte am Donnerstag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters einen Ausbau des US-Atomarsenals angekündigt. Amerika drohe auf diesem Gebiet zurückzufallen, müsse jedoch immer die führende Atommacht sein.

Die Experten bestätigten zwar am Freitag, dass Russland über Hunderte Sprengköpfe mehr als die USA verfüge. Schwartz wies jedoch darauf hin, dass die meisten russischen Interkontinental-Raketen an bekannten Orten an Land stationiert seien. Die mit entsprechenden Waffen bestückten russischen U-Boote seien technisch anfällig und verließen selten die unmittelbare Umgebung ihrer Häfen. Dagegen besäßen die USA eine "unverwundbare" Flotte derartiger Unterseeboote, die im Atlantik und Pazifik nicht aufzuspüren sei. Dazu kämen die bestehenden Pläne, neue Atom-Raketen, -Bomber und -U-Boote zu entwickeln.

Das US-Verteidigungsministerium hatte 2012 in einem Bericht an den Kongress die Vorstellung zurückgewiesen, Russland könne die strategische Vorherrschaft erreichen. Es gebe kein entsprechendes glaubwürdiges Szenario eines Ausbaus der russischen Atomstreitkräfte, hieß es damals. Dies sei selbst dann der Fall, wenn die Regierung in Moskau die bestehenden Rüstungskontrollverträge umgehen oder aufkündigen sollte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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