US-Diplomaten
Rice verteidigt Zwangsversetzungen in den Irak

US-Außenministerin Condoleezza Rice hat ihre Entscheidung verteidigt, Diplomaten notfalls zwangsweise in den Irak zu versetzen. Die Gesandten hätten die Pflicht, sich auch für solche schwierigen Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Die Betroffenen ihrerseits waren allerdings empört von der Entscheidung und sprachen von einer „potenziellen Todesstrafe“.

HB SHANNON. Sie gebe zu, dass es sich dabei um ein „heikles“ Thema handele. Allerdings müssten die Diplomaten verstehen, dass sie dort zum Einsatz kämen, wo sie am meisten gebraucht würden, sagte Rice am Freitag vor Reportern während ihrer Reise in die Türkei. Und der Irak sei besonders wichtig, betonte Rice.

Es war das erste Mal, dass sich Rice öffentlich zu der umstrittenen Anweisung ihres Hauses äußerte. Dem Beschluss nach sollen Diplomaten, die den einjährigen Einsatz im Irak verwehren, ihren Job verlieren können. Mehr als 200 Mitarbeitern wurde bereits mitgeteilt, dass sie in einem entsprechenden Kandidaten-Pool für den Golfstaat seien. Es gehe darum, 48 Positionen zu besetzen, für die es bislang keine freiwilligen qualifizierten Bewerber gebe.

Die Aussicht auf Zwangsversetzungen hatte bei den Mitarbeitern Empörung ausgelöst. Manche sprachen von einer „potentiellen Todesstrafe“ für die betroffenen Diplomaten angesichts der täglichen Gewalt in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Die Mitarbeiter warfen Rice zudem vor, von der vor rund einer Woche getroffenen Entscheidung zuerst aus den Medien erfahren zu haben.

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