US-Konjunktur
Obama fürchtet Rückfall in die Rezession

US-Präsident Barack Obama will sich den Konjunkturoptimisten nicht anschließen. Im Gegenteil: Angesichts der übermäßigen Verschuldung seines Landes hält er einen Rückschlag für die Wirtschaft für möglich. Sein Finanzminister Geithner mahnt denn auch schon, die Weltwirtschaft dürfe sich nicht zu sehr von der US-Entwicklung abhängig machen.
  • 7

HB PEKING. US-Präsident Barack Obama hat vor einem Rückfall in die Rezession bei einer exzessiven Verschuldung des Staates gewarnt. Sollten die USA auch im Aufschwung immer weiter Schulden auftürmen, werde dies womöglich eine Vertrauenskrise bei den Verbrauchern auslösen, warnte der US-Präsident in einem am Mittwoch von Fox News veröffentlichten Interview. "Dies könnte dann tatsächlich zu einer Rückkehr der Rezession führen", mahnte Obama. Die Regierung sei sich dieser Folgen bewusst, wenn sie über Steuererleichterungen für Firmen nachdenke. Erwogen werden derzeit Anreize für Unternehmen, rasch Personal einzustellen. Entschieden sei allerdings noch nichts: "Wir schauen uns das an", fügte Obama hinzu.

Die US-Wirtschaft war im Sommerquartal aufs Jahr hochgerechnet um 3,5 Prozent gewachsen und dürfte damit die Rezession hinter sich gelassen haben. Zugleich kämpft das Land aber mit steigender Arbeitslosigkeit. Die Quote stieg jüngst auf über zehn Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 1983. Der US-Präsident hat für Anfang Dezember einen Jobgipfel einberufen. Dabei sollen Konzernchefs, Gewerkschaftsbosse, Mittelständler und Wirtschaftsforscher über Auswege aus der Arbeitsmarktmisere beraten. Nach Angaben aus Regierungskreisen soll es aber nicht um ein weiteres Konjunkturpaket gehen.

Vor den Folgen einer anhaltend hohen Staatsverschuldung hat Obama gewarnt. Wenn dies so weitergehe, drohe den USA eine erneute Wirtschaftskrise. Dann könnten „die Menschen das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft verlieren“, sagte er dem TV-Sender Fox News.

Die USA haben im abgelaufenen Haushaltsjahr ein Rekorddefizit von 1,42 Billionen US-Dollar angehäuft. Bezogen auf die Gesamtwirtschaft hat das Defizit fast elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Das ist der höchste Wert seit 1945. Ursachen für das Riesenloch im Staatshaushalt sind die milliardenschweren Rettungspakete für die Banken und das gigantische Konjunkturprogramm.

Die US-Wirtschaft kommt dennoch nicht richtig in Tritt: Die Verbraucherpreise sind im Oktober zwar überraschend deutlich gestiegen, das Plus im Vergleich zum Vormonat lag bei 0,3 Prozent. Auf Jahressicht sanken die Preise jedoch um 0,2 Prozent. Die Zahl der Baubeginne und-genehmigungen hingegen ist im Oktober überraschend und deutlich gefallen. Die Baubeginne seien zum Vormonat um 10,6 Prozent auf eine auf das Jahr hochgerechnete Zahl von 529.000 gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten einen Anstieg auf 600.000 erwartet.

Seite 1:

Obama fürchtet Rückfall in die Rezession

Seite 2:

Kommentare zu " US-Konjunktur: Obama fürchtet Rückfall in die Rezession"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Da kommt gar kein Totalabsturz, ist doch quatsch. diesen Käse muß man ja nicht unbedingt glauben. Mag sein daß einige Großbanken in bankrott gegangen wären- na und ? estens brauch sich otto normalverbraucher daran nicht stören, und zweitens hätten wir dann wenigstens geklärte Verhältnisse.
    Was vor 30 Jahren an Schulden aufgenommen wurde, war allenfalls ein Taschengeld gegen die heutigen beträge. Der Witz des Schuldenspielchens ist ja gerade der, daß es einmal einen Schlag tut, den spüren dann aber alle. So wie das 1923 war.

  • es ist einfach, pauschalkritik am handeln der regierenden zu äußern, aber handlungen in krisen sind notwendig.
    nichts zu tun ist keine lösung. dennoch bin auch ich der meinung, das alle volkswirtschaften dieses planeten in dieser finanzkrise fehler begangen haben.
    eine ausrede auf systemrelevante banken zum hinauswerfen von zigmilliarden von euro ist mir auch zu einfach.
    hier hätte man hart bleiben müssen und den marktwirtschaftlichen mechanismen vertrauen und treu bleiben müssen, auch wenn es für viele im system schmerzhafte auswirkungen gehabt hätte.
    jetzt freuen sich die brandstifter..............

  • Dass der Präsident bei der gewaltigen Aufgabenstellung unter Druck gerät war zu erwarten.Mit China verbindet ihn die gemeinsame Taktik die Währung abzuwerten ,um wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Jedoch halten sich die Chinesen an keinerlei Spielregeln.Siehe industriespionage. Sie werden die Amerikaner knadenlos abstrafen, wenn die in Dollar angelegten 2 billionen nicht mehr die gewünschten Ertäge erzielen. Wer sich in Gefahr begibt ,kommt darin um.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%