US-Präsident in Frankreich
Obama richtet klare Worte an Iran und Nordkorea

Für den Frieden in der Welt: US-Präsident Barack Obama hat bei seinem Besuch in Frankreich deutliche Worte an den Iran und Nordkorea gerichtet. Er verurteilte die Verbreitung von Atomwaffen der Teheraner Regierung und die kürzlich unternommenen Tests des Diktaktors Kim Jong-Il.

HB CAEN/TEHERAN/BEIRUT. Die USA und Frankreich haben ihr striktes Nein zur Atompolitik des Irans bekräftigt. US-Präsident Barack Obama betonte nach einem Gespräch mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Samstag in Caen, die USA seien zu einer Verbesserung der Beziehungen zu Teheran bereit, könnten aber nicht akzeptieren, dass der Iran die Weiterverbreitung von Atomwaffen vorantreibe. Sarkozy betonte, dass "die unvernünftigen Erklärungen des Präsidenten (Mahmud) Ahmadinedschad" nicht zu akzeptieren seien. Zwar habe der Iran das Recht auf "zivile Atomkraft", nicht aber auf "militärische Atomkraft". "Die USA und Frankreich gehen in dieser Frage Hand in Hand."

Teheran bekräftigte unterdessen den rein friedlichen Charakter seines Atomprogramms. Der jüngste Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA belege, dass keine Hinweise auf eine Entwicklung hin zu einem geheimen Militärprogramm gebe, sagte der iranische Botschafter bei der IAEA, Ali Asghar Soltanieh, am Samstag im Staatsfernsehen.

Die IAEA hatte am Freitag dem UN-Sicherheitsrat einen Bericht über den Stand des iranischen Atomprogramms übermittelt. Danach hat das Land in den vergangenen drei Monaten weitere 1000 Gaszentrifugen zur Urananreicherung in seinem Atomzentrum Natans in Betrieb genommen und bisher knapp 1,4 Tonnen niedrig angereichertes Uran produziert. Das sind knapp ein Drittel mehr als noch vor drei Monaten. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt den Iran, den Besitz von Atomwaffen anzustreben. Zum Bau von Atomwaffen ist hoch angereichertes Uran notwendig, das theoretisch in Natans hergestellt werden könnte.

US-Präsident Obama strebt direkte Verhandlungen mit dem Iran zur Beendigung des Konflikts an. Obama hatte am Donnerstag in seiner Rede in der Universität von Kairo das Rechts des Irans auf die friedliche Nutzung von Atomenergie bestätigt, sich jedoch gegen dessen atomare Aufrüstung ausgesprochen. Weltweit rechnen Beobachter nicht mit einer Aufnahme eines Dialogs vor dem Abschluss der iranischen Präsidentschaftswahlen, die am 12. Juni beginnen.

Scharfe Worte richtete Obama am Samstag auch an Nordkorea. Er verurteilte den kürzlich unternommenen Atom-Test des kommunistischen Regimes als ungemein provokativ. "Wir werden uns sehr, sehr genau ansehen, wie wir künftig mit so etwas umgehen", sagte er. Es solle nicht angenommen werden, dass Nordkorea ständig die Region destabilisieren könne und "wir einfach nur wie gehabt reagieren", sagte Obama. "Wir haben nicht vor, eine Politik fortzusetzen, die Provokation belohnt."

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