US-Regierung
21,5 Millionen von Hackerangriff betroffen

Die Cyberattacke auf die Personalverwaltung weitet sich zum größten Datendiebstahl in der Geschichte der amerikanischen Regierung aus. Die Hacker gelangten unter anderem an mehr als eine Million Fingerabdrücke.
  • 1

WashingtonDie Cyberattacke auf die Personalverwaltung der US-Regierung hat deutlich größere Ausmaße als bisher bekannt.

Wie das Office of Personnel Management (OPM) am Donnerstag nach einer Untersuchung mitteilte, konnten die Hacker persönliche Daten von 21,5 Millionen Menschen stehlen. Die Cyber-Attacke, für die die USA China verantwortlich machen, ist damit die größte in der Geschichte der amerikanischen Regierung.

Den Angaben zufolge sind nicht nur aktive und ehemalige Regierungsmitarbeiter betroffen, sondern auch Millionen Menschen, die sich auf einen Regierungsjob beworben haben sowie zivile Auftragnehmer und deren Familien, Verwandte und Freunde. Jeder, der seit dem Jahr 2000 eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen habe, sei „höchstwahrscheinlich“ Opfer des Datenlecks geworden, teilte das OPM mit.

Hacker gelangten an rund 1,1 Millionen Fingerabrücke

Die Hacker hatten sich Zugriff zu Adressen, Sozialversicherungsnummern sowie Geburts- und Gesundheitsdaten verschafft. Darüber hinaus gelangten sie an Informationen zu den Finanzen und zu einer eventuellen kriminellen Vergangenheit der Betroffenen.

Auch an rund 1,1 Millionen Fingerabdrücke kamen die Hacker bei ihrem Angriff. Das OPM kümmert sich um die Angestellten der Bundesbehörden. Die Behörde ist unter anderem für Sicherheitsüberprüfungen und die Vergabe von Zugangsberechtigungen zuständig.

Im Juni hatte das OPM bereits über eine Attacke informiert, die ebenfalls chinesischen Hackern zugeschrieben wird. Bei dem Angriff, der separat von dem jetzt bekannt gewordenen erfolgte, wurden Personaldaten von 4,2 Millionen aktueller und ehemaliger US-Angestellter gestohlen.

Beide Angriffe ereigneten sich laut OPM im vergangenen Jahr.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " US-Regierung: 21,5 Millionen von Hackerangriff betroffen "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Für jeden Betroffenen ist das natürlich sehr, sehr ärgerlich. In unseren Medien wird aber kaum der Wert dieser Daten für strategische Analysen der Hacker dargestellt. Sie sind auch von erheblicher militärischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Bei Militärs sind wohl Truppenteile, Stationierungen und Einsätze, ferner Fähigkeiten und Ziele dieser Einheiten erkennbar. Darüberhinaus können so uner Umständen auch sämtliche geheime Spezialeinheiten und wahrscheinlich auch Geheimdienste, Stationierungen und Aufgaben identifiziert werden. Aus den Fähigkeitsprofilen und den Beschäftigungen in Labors lassen sich Hinweise auf geheime Militär- und Hightech-Entwicklungen in der Industrie ableiten. Diese Liste läßt sich beliebig fortsetzen und hängt natürlich auch von den Datenbeständen und den Möglichkeiten zur Auswertung (big data) und Verknüpfung mit anderen Erkenntnissen selbst ab. Wenn man weiterhin Pressemeldungen zu den Lahmlegungen von westlichen Feuerleitsystemen durch russische Jets liest, muss man sich fragen, welche Macht hat Amerika eigentlich noch wirklich, zumal ja auch Börsen und Buchungssysteme lahmgelegt werden können. NSA und CIA scheinen völlig versagt zu haben, indem sie nicht in der Lage waren, ihr eigenes Land zu schützen und lediglich durch ihre massenhaften Spitzelaktionen das Vertrauen wichtiger Verbündeter deutlich erkalten ließen. Der „patriot act“ ist damit wohl kläglich gescheitert. Wenn man sich nun fragt, welche strategische Macht hat Amerika eigentlich noch, so bleibt nicht viel, wenn sich diese Zeichen an der Wand in den wesentlichen Punkten bewahrheiten. Der Mut zur Wahrheit im amerikanischen Parlamentssystem und die Risikobereitschaft seiner Bevölkerung, neue Dinge anzupacken und Probleme durchzustehen sind allerdings geblieben, dies sind trotz allem auch weiterhin Chancen, die genutzt werden können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%